Sitzung des Schulausschusses: Anmeldungen am Christian-von-Dohm-Gymnasium sollen gedeckelt werden
Gremium votiert darüber hinaus für kostenlose Periodenprodukte und Beteiligung am Projekt „JOLanDA-Transfer“
Für das Christian-von-Dohm-Gymnasium soll der Kreistag des Landkreises Goslar schon bald über eine Deckelung der Anmeldezahlen entscheiden. Diese Nachricht überbrachte Erster Kreisrat Frank Dreßler dem Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport, als dieser am vergangenen Mittwoch unter der Leitung von Renate Lucksch im Schulzentrum Goldenen Aue zu seiner jüngsten Sitzung zusammenkam.
Grund hierfür sind die Anmeldezahlen für die fünfte Klasse, die in diesem Frühjahr noch vor dem Umzug in das neu errichtete Schulzentrum außergewöhnlich hoch ausfielen. Geplant wurde der Raumbedarf für das Gymnasium im neuen Schulgebäude für eine 3,5-Zügigkeit – mit mehr als 150 Anmeldungen für die fünfte Klasse am Christian-von-Dohm-Gymnasium wurden auch die Erwartungen der Kreisverwaltung übertroffen. „Die Realschule Goldene Aue ist bereits gedeckelt, aber wir sehen weiterhin die Raumnot: Bei derart hohen Anmeldezahlen wie bisher geht unsere Raumplanung nicht auf“, so Dreßler. Eine entsprechende Vorlage soll gemeinsam mit der verantwortlichen Schulleitung erarbeitet und in der nächsten Sitzung behandelt werden.
Ein Antrag und eine Beschlussvorlage, über die es abzustimmen galt, lagen dem Ausschuss weiterhin vor. Ein einstimmiges Votum gab es hierbei für den Antrag des Kreisschülerrates, kostenlose Periodenprodukte in den 21 weiterführenden Schulen in der Trägerschaft des Landkreises Goslar zur Verfügung zu stellen: Ziel ist es, durch die zur Verfügung gestellten Hygieneartikel die Gesundheit, die soziale Gerechtigkeit und das Wohlbefinden der Schülerinnen zu fördern, heißt es in der Begründung des Anliegens. Einige Schulen haben bereits in Eigenregie ein entsprechendes Angebot für ihre Schülerinnen, erläuterte Kreisschülerratsvorsitzender Ike Olive Fischer, bislang allerdings auf Kosten des Schulbudgets. Mithilfe des Antrages soll eine einheitliche Regelung angeregt werden.
Das Engagement der Schülerinnen und Schüler wurde aus den Reihen des Ausschusses ausdrücklich gelobt, auch die Verwaltung unterstützte das Begehren des Kreisschülerrates. Erster Kreisrat Frank Dreßler nannte es ein „sehr vernünftiges Anliegen, das auch in Nachbarlandkreisen ähnlich praktiziert wird“ – Erfahrungen von diesen hatte die Kreisverwaltung im Rahmen ihrer Stellungnahme eingeholt. Wie jede Schule am Ende das Angebot ausgestaltet, solle den Bildungseinrichtungen selbst überlassen werden, so Dreßler.
Eine endgültige Kostenkalkulation gibt es noch nicht: Neben einmaligen Beschaffungskosten für Spenderautomaten in Höhe von rund 7.000 Euro rechnet die Kreisverwaltung auf Grundlage der Erfahrungen der Stadt Braunschweig damit, jährliche Haushaltsmittel in Höhe von rund 5.000 Euro zur Verfügung zu stellen.
Einstimmig sprach sich das Gremium auch für die Ausschüttung von Mitteln für das Verbund-Projekt „JOLanDA-Transfer“ im Rahmen der Zukunftsregion Südniedersachsen aus: Bei „JOLanDA“ handelt es sich um eine digitale Applikation, die Jugendliche gerade im ländlichen Raum bei dem Übergang Schule – Beruf unterstützen soll. Beim Landkreis Goslar hat sich die entsprechende Koordinierungsstelle Übergang Schule – Beruf für eine Beteiligung an dem Projekt engagiert, das als weiteren Baustein zu den bereits bestehenden Angeboten etabliert werden soll, erklärte Christian Friedrich, Leiter des Fachdienstes Schulorganisation.
Die Anwendung stellt ein barrierefreies und niedrigschwelliges Angebot dar, das die Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen Entwicklung und biografischen Orientierung begleitet. Zudem können auch beispielsweise Lehrkräfte fertige Workshops und Elemente von „JOLanDA“ für die Beratung nutzen.
Bislang ist die Anwendung auf die Pilotregion Landkreis Holzminden beschränkt und wurde bis Ende August 2024 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Über die Einbindung der Südniedersachsen-Stiftung soll es im Rahmen eines Anschlussprojektes nun auf ganz Südniedersachsen ausgeweitet und inhaltliche Schwerpunkte weiterentwickelt werden.
Sofern auch der Kreistag in seiner nächsten Sitzung der Vorlage zustimmt, wird der Landkreis Goslar von 2025 bis 2027 hierfür Mittel im Wert von maximal 33.600 Euro zur Verfügung stellen. Der Betrag steht unter Vorbehalt der Gewährung einer Kofinanzierungshilfe für finanzschwache Kommunen. Weitere Voraussetzungen stellen darüber hinaus die gesicherte Kofinanzierung durch die ebenfalls beteiligten Landkreise Northeim, Holzminden, Göttingen und der Stadt Göttingen, sowie die Bewilligung innerhalb der Zukunftsregion und durch die NBank dar.