Sanierung der Altlast "Halberstädter Straße" in Oker steht nach gut elf Jahren kurz vor dem Abschluss
Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Umwelt machen sich auf dem Gelände ein Bild des Projektes
Die jüngste Sitzung des Ausschusses für Bauen und Umwelt, der am Donnerstagnachmittag unter dem Vorsitz von Dr. Friedhart Knolle tagte, begann für die Mitglieder mit einem Ortstermin auf dem Gelände der Altlast „Halberstädter Straße“ im Goslarer Stadtteil Oker: Das 2015 begonnene Sanierungsprojekt steht kurz vor seiner Vollendung, sodass sich die Gremiumsmitglieder bei einem gemeinsamen Rundgang selbst ein Bild von dem Projekt und der bereits sanierten Fläche machen konnten.
Die fachliche Einordnung vor Ort nahmen Dr. Walter Schmotz, Leiter der Fachgruppe Bodenschutz/Abfallüberwachung beim Landkreis Goslar, Dr. Steffen Stölzer vom mit der Sanierung beauftragten Unternehmen Recycling-Park Harz GmbH und Diplom-Geologe Johann Tebbe vom Ingenieurbüro UnderYourFeet vor, das die Sanierung begleitet: Sie informierten über historische Hintergründe der Altlast sowie den aktuellen Sanierungszustand und standen bei Fragen zur Verfügung.
Die Ursache für den belasteten Zustand des Geländes liegt in der Zeit zwischen 1920 und den 1970er Jahren, als dort verschiedene Abfälle gelagert wurden: Neben Hausmüll wurden auch Aschen, Schlacken und Schlämme aus der Industrie abgekippt. Eine hohe Schadstoffbelastung insbesondere mit Arsen, aber auch anderen harztypischen Schwermetallen war die Folge, erläuterte Dr. Schmotz. Ein Risiko stellte vor allem der Umstand dar, dass diese Schadstoffe in die nahegelegene Oker sowie in das Grundwasser ausgewaschen oder über den direkten Kontakt mit den belasteten Materialien von Menschen aufgenommen werden könnten.
Mit der Sanierung der Altlast werden diese Gefährdungen für Mensch und Umwelt minimiert. Das Sanierungskonzept, das der Recyclingpark Harz seit gut elf Jahren vor Ort umsetzt, sieht dabei im Wesentlichen folgende Schritte vor: Die Umlagerung beziehungsweise Sicherung besonders problematischer Materialien, die Sicherung von Teilen der Uferböschung, die Abdeckung der Fläche mit mindestens einem Meter geeigneten Bodenmaterial und die dauerhafte Begrünung der Oberfläche.
Die Auswahl des Bodens sei für die erfolgreiche Sanierung entscheidend, erklärte Gutachter Tebbe, da hier vor allem Material benötigt wurde, das viel Wasser speichern kann und so die Ausschwemmung der Schadstoffe verhindert.
Mittlerweile haben sich die Arbeiten für die Sanierung, die Bodenabdeckung sowie die Rekultivierung des Geländes, bereits in den fünften und somit letzten Bauabschnitt verlagert, so Dr. Stölzer – mit dem Abschluss des Projektes rechnet er in den kommenden Monaten. Eine konkrete Nachnutzung des Gebietes ist nicht vorgesehen, vielmehr werde es quasi der Natur zurückgegeben.
Die Kosten für die Sanierung liegen bei rund 1,3 Millionen Euro und werden vom Recycling-Park Harz über die erwirtschafteten Erlöse auf der Annahme von Boden refinanziert.
Bei der sich anschließenden Sitzung des Ausschusses für Bauen und Umwelt, zu der dessen Mitglieder nach dem Ortstermin in der Cafeteria des Kreishauses zusammenkamen, stand unter anderem das Kreisstraßenbau- und Investitionsprogramm des Landkreises Goslar für die Jahre 2027 bis 2030 auf der Tagesordnung, welches das Gremium einstimmig empfahl. Ein Antrag der Fraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen zur koordinierten Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien wurde als behandelt in den Kreisausschuss weitergegeben.