Radon-Messungen in Schulen: In zwölf Räumen werden die Referenzwerte überschritten
Schulausschuss befasst sich mit Haushaltsentwurf für das Jahr 2023
Knapp anderthalb Stunden tagte der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport des Landkreises Goslar unter dem Vorsitz von Renate Lucksch am Mittwoch im großen Sitzungssaal des Kreishauses.
Im Mittelpunkt stand eine Informationsvorlage zu den Produktbeschreibungen des Haushaltsentwurfes 2023, die Michael Conzen, Leiter des Fachbereichs Bildung und Kultur, den Ausschussmitgliedern präsentierte. Conzen berichtete in diesem Zusammenhang nicht nur über die unterschiedlichen Aufgabenfelder seines Fachbereichs, sondern benannte dabei auch den ein oder anderen „Juckepunkt“.
So beispielsweise beim Thema Digitalisierung, das laut Conzen über lange Zeit vernachlässigt wurde, und vor allem erst durch die Corona-Pandemie aber auch die finanziellen Mittel aus dem Digitalpakt Schule ordentlich Fahrt aufgenommen hat. Inhaltlich passt dazu auch die personelle Aufstockung und organisatorische Aufwertung des Kreismedienzentrums, das künftig – wenn es um Digitalisierung und IT-Unterstützung geht – noch stärker als bisher als wichtige Schnittstelle zwischen Schule und Schulträger agieren wird.
Dauerthema im Fachbereich für Bildung und Kultur ist natürlich auch weiterhin der Bau und Unterhalt schulischer Infrastruktur. Neben dem Megaprojekt, dem Neubau des Schulzentrums „Goldene Aue“, sind die Mitarbeitenden aus dem Gebäudemanagement an vielen Stellen mit der Sanierung und Renovierung im Bestand befasst. Hier sehen sich die Verantwortlichen vermehrt mit immensen Kostenexplosionen konfrontiert, was Fachbereichsleiter Conzen zu der Frage bewegte, ob man angesichts der überhitzten Baukonjunktur nicht über die Verschiebung des ein oder anderen Projektes nachdenken sollte. „In fast allen Baubereichen ist es uns nicht mehr möglich, die ursprünglich kalkulierten Preise einzuhalten. Nicht selten haben wir es mit einer Verdoppelung zu tun, und leider müssen wir davon ausgehen, dass dieser Trend zunächst noch anhalten wird. Vielleicht sollten wir daher auch darüber sprechen, so manche Planung nach hinten zu verschieben“, so Conzen.
Die ursprünglich für die Sitzung vorgesehene Vorstellung des Medienentwicklungsplanes musste aufgrund weiteren Abstimmungsbedarfes kurzfristig verschoben werden.
Zum Tragen kam wiederum eine „Kooperationsvereinbarung zum regionalen Bildungsmanagement“. Die Kooperationsvereinbarung, die eine strukturelle Weiterentwicklung der berufsbildenden Schulen (BBS) in der Region Braunschweig zum Ziel hat, will die Verwaltung jedoch nur unterzeichnen, wenn die Bedürfnisse der ländlichen Regionen ausreichend Berücksichtigung finden. Erste Kreisrätin Regine Breyther machte dazu deutlich: „Wir werden es nicht akzeptieren, wenn unsere Berufsschulstandorte zugunsten der Schulen in den großen Städten vernachlässigt werden. Geht es mit der Kooperationsvereinbarung in eine solche Richtung, werden wir sie auch nicht unterzeichnen.“
Ferner berichtete Conzen den Ausschussmitgliedern über die Ergebnisse von Radon-Messungen in Schulgebäuden im Radonvorsorgegebiet Goslar (inklusive Vienenburg), Clausthal-Zellerfeld und Braunlage. Bei über 300 untersuchten Räumen wurde in lediglich zwölf Zimmern eine Überschreitung des Referenzwertes festgestellt. Den geltenden Vorschriften folgend hat der Landkreis in den nächsten zwei Jahren Maßnahmen umzusetzen, die sicherstellen, dass die Referenzwerte nicht mehr überschritten werden. Bei längerem Aufenthalt in den Räumlichkeiten kann eine Zunahme des Gesundheitsrisikos nicht ausgeschlossen werden. Betroffen sind Räume in der Oberschule Vienenburg, im Goslarer Ratsgymnasium, in der Haupt- und Realschule Clausthal-Zellerfeld sowie im Schulzentrum Braunlage.
Zum Abschluss der Sitzung berichtete Fachbereichsleiter Conzen noch über einige Termine im kommenden Jahr. So ist die Messe #TschüssSchule für den 6. Mai 2023 terminiert, und die große Berufsstarterbörse und Studienmesse (BuS) in Kooperation mit der AOK und der Bundesagentur für Arbeit soll am 13. und 14. September im Kreishaus über die Bühne gehen.