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Datum: 3. Februar 2023

Projekte des Deponiemanagements im Betriebsausschuss der KreisWirtschaftsBetriebe vorgestellt

Ausgesetzte Reinigung von Containerstandplätzen soll provokant auf unerlaubte Abfallentsorgung hinweisen 

Gut eine Stunde tagte am Mittwoch der Betriebsausschuss der KreisWirtschaftBetriebe Goslar (KWB) unter dem Vorsitz von Ralph Bogisch in den Räumlichkeiten der Bornhardtstraße 13 in Goslar. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Information der Ausschussmitglieder über den aktuellen Stand des Deponiemanagements im Landkreis Goslar: Tim Steinert, bei den KWB für diesen Bereich mitverantwortlich, gab dem Gremium einen Überblick über die Maßnahmen an den Standorten, sowie zu den jeweiligen Kosten.  

Zunächst stand dabei der Gesamtstandort Morgenstern im Fokus, wo gegenwärtig das Betriebsgelände im Bereich der Altlast Florentz saniert wird. Diese Arbeiten konnten entgegen der ursprünglichen Planung nicht im Jahr 2022 beendet werden, Verzögerungen beim Baustart und der sich einstellende Winter waren Gründe dafür. Steinert kündigte an, dass die Arbeiten voraussichtlich im Sommer 2023 abgeschlossen werden. Im Anschluss daran soll das Betriebsgelände wieder als Lagerplatz genutzt werden.

Derzeit werde die Betriebsfläche abgedichtet, die Kosten für die gesamte Sanierung bezifferte Steinert auf rund 2,3 Millionen Euro.

Im Rahmen der Überwachungsmaßnahmen erfolgt bereits jetzt ein umfangreiches Monitoring anhand von Grundwassermessstellen auf dem Gelände, mit eingebunden sind darin auch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie die untere Bodenschutzbehörde des Landkreises Goslar (uBB). Die Kosten belaufen sich hierbei auf rund 300.000 Euro.

Eine abschließende Gefährdungsabschätzung steht noch aus, hierfür fehlen allerdings noch weitere Maßnahmen: So sollen zwei weitere Grundwassermessstellen im Süden eingerichtet werden, erklärte Steinert. Die Baukosten werden auf rund 500.000 Euro geschätzt, die KWB gehen von einer Fertigstellung im Jahr 2024 aus. Über einen sogenannten Auffüllversuch der Messstelle Fortuna sollen darüber hinaus Schadstofffrachten und Fliessgeschwindigkeiten ermittelt werden.

Vor dem Hintergrund der noch ausstehenden Projekte rechnet das Deponiemanagement der KWB damit, dass die abschließende Gefährdungsbeurteilung in 2025 oder 2026 erfolgen kann.

Seit 2021 abgeschlossen ist auf dem Gelände hingegen die Oberflächenabdichtung der ehemaligen Hausmüll- und Bauschuttdeponie - ein Projekt, dessen Gesamtkosten bei rund 10,13 Millionen Euro liegen.

Ebenfalls fertiggestellt wurde im November 2022 die Abdichtung der Hausmüll- und Bauschuttdeponie Bornhausen, konnte Steinert den Ausschussmitgliedern mitteilen. Hier werden sich die Kosten voraussichtlich auf rund 12,3 Millionen Euro belaufen, derzeit stehen die Schlussrechnungen noch aus. Einige kleinere Restarbeiten seitens der Baufirma werden noch folgen, zudem zum Wohle der Bornhäuser Einwohner für rund 210.000 Euro eine alternative Entwässerung des Regenrückhaltebeckens, kündigte Steinert an. Der Bau soll in etwa sechs Wochen beginnen wird.

Am Standort Bornhausen erfolgt ebenfalls ein Monitoring - da es keine Altlast gibt, fällt dieses aber weniger umfangreich aus als am Standort Morgenstern.

Im Jahr 2022 wurde außerdem die Bodenannahmestelle auf der ehemaligen Hausmülldeponie Ottiliae-Schacht in Clausthal-Zellerfeld eingerichtet: Der zusätzliche Boden soll von 2023 bis 2025 für die Sanierung der Böschungen genutzt werden, für diese Maßnahme werden rund 360.000 Euro aufgewandt. Bislang wurde noch kein Boden akquiriert – sobald die Baubranche im Frühjahr wieder aktiv wird, wird aber mit Bodenanlieferung in größeren Mengen gerechnet.

Weitere Maßnahmen sollen zeitnah auch auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie Paradiesgrund durchgeführt werden: In Abstimmung mit der uBB des Landkreises Goslar, dem LBEG und dem Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig sind für Februar und März weitere Seismik- und Georadarmessungen geplant. Ziel ist, es, einen Bohrpunkt für die Tiefenbohrung im Grundwasserabstrom festzulegen, um hier eine Messstelle zu errichten, erläuterte Steinert: Voraussichtlich kann die Messstelle 2024 gebaut werden, die Kostenschätzung für den Bau beläuft sich auf rund 1,3 Millionen Euro.

Kleinere Rückbauarbeiten erfolgen derzeit wiederum auf dem Gelände der Deponiesickerwasseranlage Harlingerode, berichtete Tim Steinert. Auch für die Boden- und Bauschuttdeponie am Sültberg soll bald eine Entscheidung über das weitere Bestehen getroffen werden, da dort nur noch sehr geringe Mengen an Boden angenommen werden, dessen Verwendungsmöglichkeiten knapp werden.

Dass fertiggestellte Sanierungsmaßnahmen die Arbeit für das Deponiemanagement nicht beenden, zeigte der kurzen Überblick über die Aufgaben der Fremd- und Eigenüberwachung an den Standorten: Hierzu gehören die Monitoringprogramme und die Wartung technischer Anlagen ebenso wie die Überwachung der Nachsorgearbeiten auf den Deponien. Diese werden in den kommenden Jahren für viele Standorte in die Verantwortung der KWB fallen, auch das werde das Deponiemanagement weiterhin beschäftigen, schloss Steinert seinen Vortrag.

Im Rahmen der Sitzung informierte Thomas Ebert, Betriebsleiter der KWB, die Ausschussmitglieder zudem zur aktuellen Situation an den Depotbehälterstandplätzen Osterfeld und Feldstraße in Goslar: Er unterrichtete sie von dem Vorhaben, die beiden Standorte bis einschließlich 17. Februar nicht zu reinigen.

„In den vergangenen Wochen haben wir die Standplätze täglich gereinigt. Indem wir jetzt darauf verzichten, wollen wir zeigen, was dort alles an unerlaubtem Abfall entsorgt wird“, erklärte Ebert. Die Entwicklung soll dokumentiert werden, und auf dieser Basis in Zukunft gemeinsam mit der Stadt Goslar für mehr Rücksichtnahme geworben werden. In den sozialen Medien wurde die Aktion bereits angekündigt. „Es ist provokant, aber wir verbinden die Aktion auch mit Aufklärung und weisen darauf hin, welche Alternativen es gibt“, so Betriebsleiter Ebert.

Auch Landrat Dr. Alexander Saipa sprach sich für mehr Aufklärung aus, um so an die Verantwortung der Bürger zu appellieren: „Die Schwierigkeit besteht darin, dass allgemein oft sehr sorglos mit öffentlichem Eigentum umgegangen wird. Das kann man leider an vielen Stellen beobachten“, so der Chef der Kreisverwaltung. „Ganz werden wir dieses Verhalten mit einer Aufklärungskampagne vermutlich nicht verhindern können. Doch wir können auf das richtige Handeln hinweisen, und deutlich zeigen, was passiert, wenn wir die Reinigung nicht mehr übernehmen.“