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Datum: 16. September 2026

Mehr Teilhabe für eine vielfältige Gesellschaft: 120 Menschen besuchen die erste Inklusionskonferenz im Landkreis Goslar

Musik und Tanz, der fachlicher Austausch und praktische Erfahrungen prägen die Veranstaltung im Goslarer Kreishaus

Inklusion ist kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern ein Recht jedes Menschen und eine gemeinsame Aufgabe der Gesellschaft. Wie dieses Recht mit Leben gefüllt werden kann, zeigte die erste Inklusionskonferenz im Landkreis Goslar.Gut 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten am vergangenen Freitag die Veranstaltung im Goslarer Kreishaus, zu der die Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Inklusionsbeirat für den Landkreis Goslar eingeladen hatten.

Das abwechslungsreiche Programm sorgte für ein buntes Treiben im Foyer sowie im Kreistagssaal. Den Ton dafür setzte bereits die musikalische Präsentation der Schülerinnen und Schüler der Tagesbildungsstätte Siebensteinschule in Kooperation mit der Kreismusikschule zu Beginn der Veranstaltung: Mit Musik und guter Laune brachten sie die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Inklusionskonferenz zum Mitsingen, Klatschen und Tanzen. Kreativ ging es kurze Zeit später auch im Foyer zu, wo ein Tanztheater-Projekt, organisiert von der Lebenshilfe und ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule, mit einer selbst choreografierten Tanzperformance zu einer Reise durch die Zeit einlud. 

Neben den künstlerischen Darbietungen bot der Nachmittag ebenso viele fachliche Impulse, um sich über das Thema Inklusion zu informieren, dafür sorgte insbesondere der Vortrag „Inklusion beginnt mit Haltung – Impulse für eine gelingende Teilhabe“ sowie ein anschließender Workshop von Monika Nölting, Vorsitzende des Niedersächsisches Inklusionsrates von Menschen mit Behinderungen. Darüber hinaus hatten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, erste Gestiken der Gebärdensprache zu lernen, bei einem kleinen Parcours Rollstuhl und Rollator selbst auszuprobieren sowie an den verschiedensten Informationsständen mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Inklusion, Teilhabe und Gleichstellung ins Gespräch zu kommen.

Die Bedeutung von Inklusion im Alltag betonte auch Erster Kreisrat Frank Dreßler, der die Veranstaltung in Namen der Kreisverwaltung eröffnete. „Inklusion bedeutet mehr als Barrierefreiheit oder einzelne Fördermaßnahmen. Es geht um gleichberechtigte Teilhabe – darum, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlich überall dabei sind und dass wir unsere Strukturen so gestalten, dass niemand ausgesondert wird, sondern dass Vielfalt zur Normalität gehört“, sagte Dreßler. Dabei seien individuelle Lösungen für jede betroffene Person von großer Relevanz, so Dreßler, und dazu gehören auch institutionelle Strukturen – diese seien zwar nicht in jedem Einzelfall die beste Lösung, dürften aber auch nicht pauschal in Frage gestellt werden.