Kreislaufwirtschaft als Zukunftsthema - Rückblick Jahresworkshop
Rund 80 Teilnehmende beim Jahresworkshop der „Kreislaufwirtschaft Landkreis Goslar“ dokumentierten eindrücklich das wachsende Interesse von Bürgerinnen und Bürgern an einer nachhaltigeren Lebensweise. Am 26. Februar luden WiReGo (Wirtschaftsförderung Region Goslar GmbH & Co. KG) und REWIMET e.V. gemeinsam mit weiteren Akteuren zum Diskutieren und Mitmachen ein. Ziel war es, gemeinschaftlich Wege und Möglichkeiten zu erarbeiten, um die Kreislaufwirtschaft in der Region weiterzuentwickeln.
Nach einer Begrüßung durch Landrat Dr. Alexander Saipa führte Dominique Briechle von der TU Clausthal in das Thema ein. Er betonte die in Deutschland noch niedrigen Recyclingquoten, die unter anderem durch fehlende Infrastruktur, hohe Trenn-Hürden und geringe Wirtschaftlichkeit begründet sind. Zudem beschrieb er das Optimierungspotenzial, um Reparatur und Wiederverwendung attraktiver zu gestalten. Er stellte das digitale Reallabor „Digitized Circular Economy“ vor, das digitale Lösungen für Reparatur und Recycling testet. Aus seiner Sicht ist eine zukunftsweisende Kreislaufwirtschaft mit digitaler Infrastruktur, Bürgerbeteiligung und gemeinsamem Denken machbar.
Die bereits im vergangenen Jahresworkshop definierten Projekte wurden im Rahmen eines Workshops aktiv weiterentwickelt. So entstanden neue Ideen und Impulse für die Arbeitsgruppen der Mitmachprojekte Escape-Spiel, Werkzeugverleih, Bauteilbörse, Reparaturorte mit Reparaturrat sowie Verwertung von Textilien. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können jederzeit in den Arbeitsgruppen mitwirken. Dazu reicht eine Kontaktaufnahme zum Projektteam.
In einer Podiumsdiskussion sprachen Manuela Meyer von den KWB, Dr. Daniel Tomowski und Angelika Lucht von der WiReGo, Dominique Briechle von der TU Clausthal, Christoph Strünke vom Ökodorf Sieben Linden sowie Allison Höft vom Klimaschutzmanagement des Landkreises über das Thema „Du bist, was du kaufst – jeder Einkauf zählt“. Unter anderem wurde darüber diskutiert, was bereits im Sinne der Kreislaufwirtschaft möglich wäre, wenn Konsumentinnen und Konsumenten bewusster handelten. Oder auch welche Ansätze der Circular Economy wirklich wirken und welche gegebenenfall überschätzt werden. Die Diskussion zeigte lebendig sowohl Möglichkeiten als auch Herausforderungen auf und sensibilisierte die Teilnehmenden weiter für die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft.
Als Abschluss wurde der Kinofilm „Machland“ gezeigt. Dieser bot weitere Denkanstöße für eine nachhaltige Lebensweise. Darin werden vier unterschiedliche Ökodörfer und Gemeinschaften von zwei jungen Leuten besucht und die vier Dimensionen der Nachhaltigkeit – ökologisch, sozial, ökonomisch, kulturell – anschaulich verdeutlicht.
Das Projekt „Kreislaufwirtschaft Landkreis Goslar“ ist eine Initiative von WiReGo, REWIMET e.V. und Netzwerkpartnern wie der TU Clausthal, den KWB, dem Klimaschutzmanagement des Landkreises Goslar, der Energie Ressourcen Agentur Goslar e.V. (ERA), der Zukunftsregion SüdOstniedersachsen und der Allianz für die Region. Ermöglicht wird das Projekt durch eine Förderung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des BBSR im Rahmen des Forschungsprogramms Region gestalten, bei dem es sich um eine Pilotaktion im Rahmen der Territorialen Agenda 2030 handelt.
Quelle: WiReGo - Wirtschaftsförderung Region Goslar GmbH & Co. KG