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Datum: 18. Januar 2022

Augen und Ohren auf für den Kinderschutz

Netzwerk-Arbeitsgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“ setzt Informationskampagne für Kinder und Jugendliche fort

Hilfe holen ist einfach, vorausgesetzt die Stellen wo es adäquate Hilfe gibt, sind bekannt. Aus diesem Grund setzt die Arbeitsgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“ im Landkreis Goslar ihre Informationskampagne, die sich gezielt an Kinder und Jugendliche richtet, auch im Jahr 2022 fort.

Taschen befüllt mit Informationsmaterial, kleinen Geschenken und eigens für die Kampagne entworfene Stundenpläne werden nun schon zum dritten Mal an die junge Zielgruppe verteilt.

„Wir wollen die Hilfestellen für Kinder und Jugendliche im Landkreis Goslar bekannt machen“, erläutern Claudia Hopp und Viktoria Osadtschi vom Jugendschutz des Landkreises Goslar, „die Tasche enthält unter anderem einen Stundenplan auf dessen Rückseite die Erreichbarkeiten der verschiedenen Hilfestellen dargestellt sind. Außerdem soll der Plan als steter Begleiter im Schulalltag daran erinnern, dass die Kinder ihre Probleme nicht alleine bewältigen müssen.“

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe vermuten, dass die Corona Pandemie die Situation noch verschärft haben könnte, und Kinder und Jugendliche noch häufiger Opfer von Übergriffen unterschiedlicher Art werden.

Petra Franke, Kinderschutzkraft und Netzwerkkoordinatorin beim Landkreis Goslar, macht deutlich, dass gewalttätige Übergriffe oft von Menschen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld der Kinder verübt werden: „Die Betroffenen kennen die Täterinnen und Täter oftmals gut und vertrauen ihnen häufig sogar. In der Folge stellen sich die jungen Opfer die Frage, wer ihnen in dieser Situation helfen kann.“

Ein weiteres Problem skizziert Elke Ballhausen vom Schulspezialdienst des Landkreises Goslar: „Kinder und Jugendliche, die Opfer gewalttätiger Übergriffe geworden sind, suchen die Schuld oft bei sich selbst. Sie hegen große Zweifel daran, dass ihren Erzählungen überhaupt jemand Glauben schenkt.“ Und Stephani Gobernack vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar ergänzt, „dass die Kinder von den Tätern häufig seelisch und körperlich unter Druck gesetzt werden, niemandem etwas zu erzählen“.

„Mit der Aktion wollen wir den Opfern gewalttätiger Übergriffe Mut machen sich einem Erwachsenen anzuvertrauen und den Weg aus der Einsamkeit zu finden“, beschreibt Jenny Nemet vom Frauenhaus Goslar die Zielsetzung der Kampagne.

Die Netzwerk-Arbeitsgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“ (mit Beteiligten vom Landkreis Goslar (Jugendschutz sowie der Fachstelle Kinderschutz und Schulspezialdienst), vom Frauenhaus Goslar und der Polizeiinspektion Goslar) verteilt die Info-Taschen in dieser Runde in vier Schulen in Seesen, Vienenburg, Wolfshagen im Harz und Clausthal-Zellerfeld.

Je nach Haushaltslage sollen weitere Stundenpläne beschafft werden. Die Arbeitsgruppe möchte so viele Kinder wie möglich mit den Informationen ausstatten und immer wieder dazu auffordern: Augen und Ohren für den Kinder- und Jugendschutz offenzuhalten.

Weitere Auskünfte erteilt Frau Petra Franke (siehe Kontakt rechte Randspalte).