Sie können sich den Textinhalt mit der Zugriffstaste Ihres Browsers und der Ziffer 1 vorlesen lassen. Bei Verwendung des Internet Explorers drücken Sie anschließend bitte die Enter-Taste.? Näheres zu Zugriffstasten finden Sie unter ?Informationen zum Vorlesesystem?.

Hilfsnavigation

Bürgerservice | Wirtschaft & Tourismus | Bildung & Kultur | Grußwort | Kontakt | Impressum | RSS-Feeds

Volltextsuche

Informationen zum Vorlesesystem

11.11.2014
Altlast Florentz: Probleme in der Schachthalle


SchachthalleIm Rahmen der laufenden Arbeiten an der Altlast Florentz sind Probleme aufgetreten. In der sogenannten Schachthalle sind aus den kürzlich freigelegten Steigleitungen rund 40 bis 50 Liter einer chemischen Substanz in die Baugrube ausgetreten. Eine Luftmessung direkt über der Grube ergab hohe Konzentrationen einer giftigen und reaktiven Substanz. Dabei handelt es sich um Ethylacetat, einen Stoff, der nicht nur schädlich beim Einatmen ist, sondern auch als schnell entzündlich oder explosiv eigestuft werden muss.

„Wir haben sofort reagiert und entsprechende Sicherungsmaßnahmen veranlasst“, erklärt Michael Riesen als Leiter der Projektgruppe Morgenstern. Am vergangenen Montag fand vor Ort ein Treffen mit Vertretern verschiedener Behörden und Institutionen statt, um die erforderlichen Maßnahmen abzustimmen. Um die Halle herum wurde eine Sicherheitszone von 50 Metern eingerichtet. Die Werte der Außenluft und die Luft in der Halle werden regelmäßig gemessen und die Halle darf nur noch von ausgebildetem Personal in entsprechender Schutzkleidung betreten werden. Wie schon während der bisherigen Arbeiten wird die Luft direkt über der Baugrube abgesaugt und über eine Filteranlage gereinigt. „Die Notstromversorgung der Absauganlage ist sichergestellt, so dass alle Beteiligten derzeit davon ausgehen, dass ein zündfähiges Luftgemisch erst gar nicht entstehen kann“, beruhigt Riesen.

Baugrube„Eine Gefahr für die Arbeiter auf dem Gelände oder gar für die Bevölkerung wird unter diesen Rahmenbedingungen von allen beteiligten Stellen verneint. Trotzdem sind wir sehr vorsichtig bei den weiteren Arbeitsschritten, die nun in Abstimmung mit den Fachfirmen neu festgelegt werden müssen.“

Geplant ist es, die Steigleitungen zu verschließen, um einen erneuten Austritt der Substanzen zu vermeiden. Die Arbeiten könnten nach jetzigem Kenntnisstand bis zum Ende der nächsten Woche abgeschlossen sein. Bis dahin gelten die erhöhten Sicherheitsanforderungen, zu denen auch die Abstimmung mit Ordnungsbehörden, Feuerwehr und Rettungskräften zählt. Für die Arbeiten entstehen Mehrkosten, die sich das Land Niedersachsen und der Landkreis Goslar im Rahmen einer grundsätzlichen Vereinbarung zur Sanierung dieser Altlast teilen. Die Kostenhöhe steht noch nicht fest, nach erster überschlägiger Schätzung muss aber ein fünfstelliger Betrag einkalkuliert werden. Die laufenden Erkundungsarbeiten verzögern sich um rund drei Wochen. „Der Vorfall zeigt wieder einmal, wie schwierig der Umgang mit der Altlast ist und wie problematisch verlässliche Zeit- und Kostenplanungen sind“, betont Riesen. „Mit solchen Überraschungen müssen wir auf diesem Standort jederzeit rechnen.“