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13.07.2020
Landschaftspflegeverband gründet sich mit Verspätung


Ursprünglich sollte die Gründung eines Landschaftspflegeverbandes im Landkreis Goslar bereits in Frühjahr erfolgen. Coronabedingt musste dieser Termin jedoch gestrichen werden. Gestern, mit mehrmonatiger Verspätung, wurde er im Langelsheimer Businesspark nachgeholt.

Landrat Thomas Brych betonte, dass der Schutz von Natur und Umwelt keine Frage des Willens sei, sondern angesichts des rasant fortschreitenden Klimawandels eine Pflichtaufgabe. „Wohin uns der fast schon sorglose Umgang mit Natur und Umwelt führt, können wir inzwischen an dutzenden Beispielen vor Ort festmachen. Besonders deutlich können wir die Folgen aktuell an unseren Wäldern beobachten, die geplagt von Trockenheit und dem Borkenkäferbefall zugrunde gehen. Deshalb sollten wir unser verstärktes Augenmerk auf den Schutz von Natur und Umwelt legen, ein Landschaftspflegeverband kann bei dieser Mammutaufgabe nur hilfreich sein“, ist sich der Chef der Goslarer Kreisverwaltung sicher.

Der Entschluss, einen Landschaftspflegeverband zu gründen, wie es ihn beispielsweise im Nachbarlandkreis Göttingen bereits seit 20 Jahren gibt, geht auf eine Entscheidung der Politik zurück. Im August 2018 beauftragte der Kreistag Landrat Brych mit der Prüfung, ob im Landkreis Interesse an einem solchen Zusammenschluss bestehe. Dies war der Fall, so dass der Kreistag Anfang dieses Jahres auch den Beitritt des Landkreises beschließen konnte.

Der Verband, der keine hoheitlichen Befugnisse besitzt, soll den Natur- und Gewässerschutz sowie die Landschaftspflege im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes fördern und die Behörden unterstützen. Erreicht werden soll das unter anderem durch die Erhaltung und Sicherung ökologisch wertvoller Flächen im gesamten Kreisgebiet, die Pflege und Entwicklung schutzwürdiger Biotope, die Förderung einer naturverträglichen Landnutzung und ökologischen Gewässerentwicklung sowie die Qualifizierung von Personen, die im Naturschutz und der Landschaftspflege tätig sind. Hinzu kommt eine vermittelnde Rolle, denn bei der Entscheidung über geeignete Maßnahmen sollen die Interessen aller stets gründlich abgewogen werden, um einen Ausgleich bei bestehenden Konflikten herbeiführen zu können.

Neben dem Landkreis gehören dem Verband mit den Städten Goslar, Seesen und Braunlage sowie der Gemeinde Liebenburg bislang vier der insgesamt acht kreisangehörigen Kommunen an. Darüber hinaus sind Akteure aus den Bereichen des Umwelt- und Gewässerschutzes, der Land- und Forstwirtschaften sowie der Jagdgenossenschaften dabei.

„Grundsätzlich“, so beschrieb es Landrat Brych im Rahmen der Gründungsversammlung, „kann jede juristische oder natürliche Person dem Verband beitreten. Wie haben die Beitragsordnung deshalb so aufgestellt, dass eine Mitgliedschaft nicht von vornherein an finanziellen Hürden scheitert.“

Der Landkreis trägt die Basisfinanzierung. Dafür ist für die kommenden Jahre (bis zunächst 2025) ein jährlicher Betrag von 92.000 Euro vorgesehen. Nach Ablauf dieses Zeitraumes ist über die Höhe des Zuschusses neu zu entscheiden.

Brych würde es begrüßen, wenn sich neben den bisherigen Mitgliedern noch viele weitere für die Mitarbeit im Landschaftspflegeverband entscheiden würden: „Gemeinsam können wir eine Menge in puncto Natur- und Umweltschutz bewegen. Hier kann und sollte jeder einen Beitrag leisten.“