Sie können sich den Textinhalt mit der Zugriffstaste Ihres Browsers und der Ziffer 1 vorlesen lassen. Bei Verwendung des Internet Explorers drücken Sie anschließend bitte die Enter-Taste.? Näheres zu Zugriffstasten finden Sie unter ?Informationen zum Vorlesesystem?.

Hilfsnavigation

Bürgerservice | Wirtschaft & Tourismus | Bildung & Kultur | Grußwort | Kontakt | Impressum | RSS-Feeds

Volltextsuche

Informationen zum Vorlesesystem

30.10.2019
Sanierung der Rüstungsaltlast "Werk Tanne" nimmt sichtbare Gestalt an


Rund 8,5 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren in die Sanierung des Geländes der ehemaligen Sprengstofffabrik „Werk Tanne“ bei Clausthal-Zellerfeld fließen. Dies ist nur eine von zahlreichen Informationen, die etwa 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger bei der Informationsveranstaltung erhielten, die das Niedersächsische Umweltministerium, der Landkreis Goslar und die neuen Eigentümer des Geländes – die HALALI Verwaltungs-GmbH – am Dienstagabend in der Clausthaler Feuerwache veranstalteten.

Michael Riesen, Leiter der unteren Bodenschutzbehörde und des Deponiemanagements in der Goslarer Kreisverwaltung, schlug in seiner Präsentation einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart und veranschaulichte, dass es ein durchaus langer Weg war, der nun endlich in der Sanierung des belasteten Geländes mündet.

Der Sanierungsplan für das Einzugsgebiet Innerste, der am 24. Mai dieses Jahres von der unteren Bodenschutzbehörde des Landkreises für verbindlich erklärt wurde, sieht eine mehrstufige Abfolge der Baumaßnahme vor. Abhängig von der Witterung sollen auf dem Grundstück bis zum Frühjahr 2020 zunächst das erste Regenrückhaltebecken sowie die erste Pflanzenkläranlage entstehen. Nach Fertigstellung folgt ein einjähriger Probebetrieb an dessen Ende überprüft werden soll, ob der Abbau der sprengstofftypischen Verbindungen im anfallenden Sickerwasser tatsächlich eintritt wie kalkuliert.

Vorausgesetzt, die Maßnahmen greifen wie geplant, folgen ab April 2021 der Bau von Pflanzenkläranlage und Regenrückhaltebecken Nummer Zwei, die nach Fertigstellung ebenfalls einen einjährigen Probebetrieb durchlaufen sollen.

Thomas Ammann, Projektleiter der Sanierungsmaßnahme, machte deutlich, dass Regenrückhaltebecken und Pflanzenkläranlagen bei Erfolg im Zusammenspiel bis zu 98 Prozent der im Sickerwasser anfallenden Schadstoffe abbauen können. „Dies wäre ein hervorragender Wert und würde dazu führen, dass das den Standort verlassende Wasser nahezu keine Verunreinigungen mehr aufweisen würde“, so Thomas Ammann.

Nichtsdestotrotz wird der Standort für viele weitere Jahrzehnte überwacht werden müssen, was bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern die Frage aufwarf, ob die veranschlagten Sanierungskosten überhaupt ausreichen würden.

Dazu erläuterten Dr. Uwe Kallert vom niedersächsischen Umweltministerium und Michael Riesen, dass dazu heute noch keine hundertprozentige Antwort gegeben werden kann, im Zweifel jedoch die öffentliche Hand einspringen muss. Die vorgestellten Sanierungsschritte seien jedoch mit den nun vorhandenen Mitteln realisierbar, was Michael Riesen als einen wichtigen Meilenstein bewertete.

Im Mai oder Juni 2020 sollen Interessierte im Übrigen die Möglichkeit erhalten sich bei einer Ortsbesichtigung ein Bild von den bis dahin fertiggestellten Sanierungsmaßnahmen zu machen. Und selbstverständlich wird die Öffentlichkeit auch künftig über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten.