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10.05.2019
Mit neuen Konzepten soll die Verkehrslenkung im Winter verbessert werden


Runder Tisch plädiert für Einrichtung einer Arbeitsgruppe / Erstellung eines Verkehrsgutachtens als nächster Schritt

„Das ganz normale winterliche Verkehrschaos“, „Der „Weg in den Winter“ kostet viel Zeit“ oder „Wintersportler sorgen für Verkehrschaos“ sind nur einige der Schlagzeilen, die jeweils pünktlich zum Winterstart in Deutschlands nördlichstem Mittelgebirge die regionalen und überregionalen Medien füllen und damit ein Problem thematisieren, das schon fast so alt ist wie der Wintersport im Harz selbst.

Nach Lösungen wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten schon vielfach gesucht, doch der große Wurf blieb bisher aus. Dies hängt auch damit zusammen, dass eine alle Bedürfnisse berücksichtigende Verkehrsregelung schlichtweg sehr komplex ist, und die Einbindung und vor allem Zusammenarbeit einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure erfordert.

Landrat Thomas Brych, der mit der Problematik schon aufgrund seiner langen Berufslaufbahn bei der Polizei bestens vertraut ist, hatte vor diesem Hintergrund gestern Abend zum Runden Tisch „Verkehr“ ins Goslarer Kreishaus geladen. Rund 40 Vertreter*innen der Kommunal- und Verkehrsbehörden, der Landesforsten, der Nationalparkverwaltung, der Polizei, des Rettungsdienstes, der Tourismusbranche, des Regionalverbandes und der Politik folgten seiner Einladung.

Der Chef der Goslarer Kreisverwaltung betonte eingangs, dass der Runde Tisch zunächst ein Versuch sei, die unterschiedlichen Interessen und Zuständigkeiten zu bündeln, die größten Probleme zu benennen und gemeinsam mögliche Lösungswege zu beraten.

Dem Landkreis schrieb Landrat Brych dabei die Rolle des Moderators zu, denn rein operativ betrachtet, sind die Einwirkungsmöglichkeiten und tatsächlichen Zuständigkeiten der Kreisverwaltung begrenzt. Ferner wies der Landrat darauf hin, dass es nicht Anspruch des Abends sein könne, in zwei Stunden ein seit Jahrzehnten diskutiertes Thema gänzlich aufzuarbeiten.

In drei Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Teilnehmenden schließlich mit den größten Schwierigkeiten. Dabei wurden viele bereits bekannte Probleme genannt. So wurde der mangelnde Parkraum ebenso beklagt wie die mäßige Erreichbarkeit des Oberharzes mit einer Kombination aus Bus und Bahn, die regelmäßige Staubildung auf der Bundesstraße 4 oder die Sicherstellung von Rettungswegen. Ferner kamen die begrenzte räumliche Kapazität der „Hotspots“ (Braunlage und Torfhaus) sowie Abstimmungsprobleme bei Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit auf den Tisch.

Einig waren sich die Vertreter*innen am Ende des Runden Tisches, dass es ein einheitliches Konzept braucht, das alle Facetten - also Parkraum, Verkehrslenkung, eine verbesserte Nutzbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs (u.a. Stärkung durch HATIX) sowie ein Optimierung der Kommunikationskanäle – beinhaltet, um den Besucheransturm künftig in strukturiertere Bahnen lenken zu können.

Der Vorschlag, zeitnah eine kleine Arbeitsgruppe aus Experten einzurichten, die die Ergebnisse des Runden Tisches weiter bearbeitet und sich als erstes wichtiges Thema mit der Erstellung eines Verkehrsgutachtens befasst, fand die Zustimmung aller Teilnehmenden. Die Ergebnisse dieses Gutachtens sollen anschließend ausgewertet und die Grundlage für die Erarbeitung geeigneter Maßnahmen bilden.

Gastgeber Brych zog ein positives Fazit: „Mir war von vornherein klar, dass wir heute kein Konzept entwickeln mit dem sich alle Probleme in Luft auflösen. Wichtig ist aber, dass alle verantwortlichen Akteure fortan gemeinsam an der Thematik arbeiten und versuchen eine großangelegte, regionale Lösung zu finden, denn lokale Alleingänge helfen definitiv nicht weiter. Aus diesem Grund müssen wir auch darüber nachdenken, den ebenfalls stark frequentierten Ostharz in unsere Überlegungen mit einzubeziehen.“

Die geplante Arbeitsgruppe unter der Leitung von Frau Gabriela Schacht (Leiterin des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Goslar) soll sich noch in diesem Sommer konstituieren. Über die Besetzung wird in den kommenden Wochen beraten.