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29.04.2020
Unternehmen kooperieren bei der Herstellung von Desinfektionsmittel


Albemarle, Imperial und Asklepios arbeiten Hand in Hand

Normalerweise ist das Chemieunternehmen Albemarle an seinem Standort in Langelsheim nicht in der Produktion von Desinfektionsmittel zu Hause. Aber was ist in Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie schon normal?

Als der Landkreis vor einigen Wochen bei der Firma anfragte, ob dringend benötigtes Desinfektionsmittel für den Einsatz in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen produziert werden könnte, stellte sich den Verantwortlichen, die im Regelbetrieb unter anderem auf die Verarbeitung von Lithium spezialisiert sind, auch nicht die Frage nach dem ob, sondern in erster Linie wie ein derartiges Vorhaben schnellstmöglich realisiert werden könnte.

„Im Betrieb waren wir uns schnell einig, dass Albemarle hier helfen kann. Und ich sage ganz ehrlich, dass es mich und alle involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch mit gewissem Stolz erfüllt, unsere Kenntnisse und Fertigkeiten einzusetzen, um in dieser schwierigen Situation einen wichtigen Beitrag leisten zu können“, beschreibt Christian Müller, Produktionsleiter bei Albemarle, die Motivation von Belegschaft und Unternehmen.

Über die Kreisverwaltung wurde kurzerhand der Kontakt zu Mechthild Wenke, Leiterin der Asklepios Krankenhausapotheke, geknüpft, um die genaue Rezeptur des Desinfektionsmittels festzulegen.

Nachdem dies erfolgt war, und der Landkreis bei der Klosterbrennerei Wöltingerode Ethanol (96-prozentigen Alkohol) als entscheidende Grundzutat erwarb, machte sich in Langelsheim eine Projektgruppe unter der Leitung von Dr. Alexander Hübner ans Werk, um die verfahrenstechnischen Voraussetzungen für die Produktion von rund 20.000 Litern Handdesinfektionsmittel zu schaffen.

Parallel dazu galt es nicht nur den Rahmen der zu dieser Krisenzeit geltenden Sondergenehmigungen auszuloten, sondern auch Fragen zu Qualität und Sicherheit zu klären. „Dieses Vorhaben in der gebotenen Schnelligkeit zu realisieren ist eine großartige Teamleistung.“, lobt Dr. Hübner die Zusammenarbeit. „Mich hat das außerordentliche Engagement jedes Mitstreiters in diesem Projekt enorm beeindruckt und ich bin dankbar ein solches Team und solche Kollegen zu haben.“

Darüber hinaus galt es auch, die logistische Komponente des Projektes zu organisieren. Glücklich, wer zu einem solchen Zeitpunkt einen Logistikdienstleister wie Imperial in der Nachbarschaft weiß, der als Lager- und Transportspezialist über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Chemikalien verfügt. „Als Logistikunternehmen sind wir froh, dass wir dem Landkreis bei diesem Projekt in der für uns alle so herausfordernden Zeit beiseite stehen können. Wir übernehmen die Lagerung der Rohstoffe und stellen die Transporte zwischen dem Chemiepark Langelsheim, dem Krankenhaus in Goslar sowie der Klosterbrennerei in Wöltingerode sicher“, skizziert Lennart Ermert, Site Manager von Imperial in Langelsheim, die Rolle des Chemielogistikers.

Fachapothekerin Mechthild Wenke, die am Ende des Produktionsprozesses das Desinfektionsmittel aus den angelieferten 1.000-Liter-Fässer in Zweieinhalb-Liter-Gebinde abfüllt, wertet die Kooperation als Zeichen der Solidarität: „Wir freuen uns sehr über diese Zusammenarbeit, die sehr gut funktioniert. In diesen Corona-Zeiten ist dies ein wunderbares Zeichen der Solidarität, das hilft, mögliche Engpässe von vornherein zu verhindern.“

Auch Landrat Thomas Brych lobt das Engagement der beteiligten Firmen. „Es ist nicht selbstverständlich, das Unternehmen wie Albemarle, Imperial oder die Asklepios-Krankenhausapotheke ein Projekt derartigen Umfangs kostenlos stemmen. Davor habe ich großen Respekt und möchte mich ganz herzlich für dieses Engagement bedanken. So können wir auch mittelfristig sicherstellen, dass uns dringend benötigtes Desinfektionsmittel nicht ausgeht“, so der Chef der Goslarer Kreisverwaltung.

Die erste Charge ist fertiggestellt und wird noch in dieser Woche das Werk zur Abfüllung in Richtung der Asklepios-Krankenhaus-Apotheke verlassen. Die Lagerung der Zweieinhalb-Liter-Behälter wird der Landkreis organisieren und bei entsprechenden Bedarf auch die Auslieferung übernehmen.