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12.07.2019
Prognos-Zukunftsatlas 2019: Landkreis Goslar verbessert sich im bundesweiten Ranking um 51 Plätze


Der Landkreis Goslar hat sich im Vergleich zum Prognos Zukunftaltlas aus dem Jahr 2016 um 51 Plätze auf Rang 287 verbessert. Dies geht aus der aktuellen Veröffentlichung 2019 der Prognos AG hervor.

Landrat Thomas Brych wertet das Ergebnis als positives Signal, zeigt es doch, dass sich die Entwicklungen der vergangenen Jahre nun auch in den Erhebungen und Auswertungen des Wirtschaftsforschungsunternehmens widerspiegeln. „Wir sind natürlich auch weiterhin fern der Spitzenplätze, doch eine Verbesserung um 51 Ränge stimmt mich durchaus optimistisch. Zumal dies auch zum Ausdruck bringt, dass die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre – die ich stets als positiv bewertet habe – nun auch Früchte trägt. Wir befinden uns auf dem richtigen Weg“, so das Urteil von Landrat Thomas Brych.

Ähnlich ordnet auch Dr. Jörg Aßmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Goslar (WiReGo), die Entwicklung des Landkreises im aktuellen Prognos-Ranking ein. „Ich freue mich über die Verbesserung und gehe davon aus, dass wir uns auch in Zukunft noch weiter steigern können. Denn unsere Platzierung im Zukunftsatlas 2016 haben wir zum Anlass genommen, unsere Schwächen genauer zu analysieren und mit gezielten Maßnahmen abzustellen“, erklärt Dr. Aßmann.

Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung gebildet, die zunächst die Problemfelder analysiert, strategische Ziele definiert und schließlich konkrete Lösungsansätze erarbeitet hat.

Vorranging ging es der Arbeitsgruppe um die Entwicklung eines guten Innovations- und Gründungsklimas, die Schaffung weiterer sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze, die Stärkung der Schul- und Berufsausbildung, die Gewinnung und Bindung von Bürgern, die Verbesserung der digitalen Transformation sowie um Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz.

Erste Projekte konnten inzwischen umgesetzt werden. Das regionale Ressourcenkataster „AERPort“ (Abwärme- und Energieressourcen Portal) befindet sich seit Anfang des Jahres in der Umsetzungsphase. Durch die sinnvolle Vernetzung von energieintensiven Unternehmen wird die Ressourceneffizienz in der Region deutlich erhöht.

Der bei der WiReGo bereits bestehende Beteiligungsfonds wurde seitens des Landkreises Goslar bereits im letzten Jahr finanziell deutlich aufgestockt, was für kleine und mittlere Unternehmen die Zugangsmöglichkeiten zu bonitätsverbessernden Eigenkapital deutlich verbessert.

Auf entweder private (Bornemann AG) oder kommunale (Stadt Seesen) Initiative geht die Einrichtung von Coworking-Spaces am Fliegerhorst in Goslar und im Jacobson-Haus in Seesen zurück. Eine hilfreiche Infrastruktur gerade auch für Existenzgründer, um in gut ausgestatteten Büros und in kreativer Atmosphäre kostengünstig die unternehmerische Karriere zu starten.

Auch der Breitbandausbau im Landkreis Goslar geht voran. Nach Ausbauzusagen der Telekommunikations-Unternehmen verbleiben zukünftig im Landkreis Goslar nur 1,41 Prozent der Gebäude mit einer Versorgung von unter 30 Mbit/s. Der Landkreis Goslar nimmt damit im Landesvergleich eine Vorreiterrolle ein und leistet einen ganz wichtigen Beitrag, um die digitale Transformation voranzutreiben. Zu den wichtigen Entwicklungen im Bereich der digitalen Transformation zählt im Übrigen auch das Digitalisierungslabor der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld, das am Standort in Goslar bereits vielversprechende Ansätze verfolgt.

Neun weitere Projekte befinden sich derzeit in Umsetzung. Dazu gehören beispielsweise die Erarbeitung und Umsetzung einer Konzeption zur Erhöhung der Gründungsdynamik im Landkreis Goslar und somit der Weiterentwicklung zur „Gründungsfreundlichen Region“, der Aufbau von Gründungszentren an der TU Clausthal und im Stadtgebiet von Seesen sowie die Entwicklung einer Willkommensagentur für Neubürger und Rückkehrer. „Diese und weitere der geplanten Projekte bieten großes Potenzial für die nachhaltige Stärkung unserer Wirtschaftsregion“, so Dr. Jörg Aßmann, „die intensive Arbeit der vergangenen Jahre hat sich gelohnt und wird zur Regionalentwicklung maßgeblich beitragen.“

Die aktuellen Entwicklungen, da ist sich der Geschäftsführer der WiReGo sicher, werden sich aber vermutlich noch nicht im kommenden Prognos-Zukunftsatlas niederschlagen, der im Jahr 2022 veröffentlicht wird. „Die nun in Gang gesetzten Prozesse brauchen Zeit, und messbare Erfolge werden sich nicht von jetzt auf gleich einstellen. Wir haben aber die richtigen Schlüsse gezogen und packen die Themen, bei denen wir Nachholbedarf haben, entschlossen an“, sagt Dr. Aßmann.

Landrat Thomas Brych pflichtet Dr. Aßman in seiner Einschätzung bei und unterstreicht abschließend: „Wir haben nicht für eine bessere Platzierung in dem Ranking gearbeitet, wenngleich ich unser Abschneiden wirklich begrüße. Unsere Region hat Potential und es ist unsere Aufgabe dieses Potenzial zu wecken und zu entwickeln.“