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04.06.2018
"Lebens- und Problemlagen werden offenbar immer komplexer"


Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche (BEKJ) legt Tätigkeitsbericht vor / Anzahl der Klienten hat sich nochmals erhöht

Mit 1012 erfassten Klienten ist der Anstieg der Menschen, die sich im vergangenen Jahr bei der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche (BEKJ) des Landkreises Goslar Rat und Hilfe geholt haben, im Vergleich zum Jahr 2016 nur minimal höher ausgefallen. Auffälliger hingegen ist jedoch der Anstieg der Beratungsintensität. Psychologin Claudia Brümmer, Leiterin der BEKJ, führt diese Entwicklung „auf die offenbar zunehmend komplexer werdenden Lebens- und Problemlagen der Ratsuchenden zurück“.

„Bei rund 15 Prozent unserer Fälle überstieg der Beratungsbedarf die durchschnittliche Anzahl der gewöhnlich benötigten Sitzungen deutlich. Dennoch, und das werte ich als positives Zeichen, ist es uns in nahezu 90 Prozent der Fälle gelungen, konkrete Verbesserungen zu erreichen beziehungsweise Lösungen zu finden“, erläutert Psychologin Brümmer. Diesen Erfolg wertet BEKJ-Leiterin Brümmer auch als Beleg für die gute und sinnvolle Arbeit der Beratungsstelle. „Unser bewusst niederschwellig gehaltenes Angebot kommt bei den Menschen an. Es basiert auf Freiwilligkeit und ist kostenfrei. Wir nehmen uns Zeit, geben Anstöße, Informationen und Hilfen. Die hohe Inanspruchnahme zeigt, dass wir gebraucht werden. Und selbstverständlich unterliegen wir der Schweigepflicht“, sagt Brümmer.

Den größten Beratungsbedarf lösen weiterhin Probleme in der Schule oder der Ausbildung aus. 35 Prozent der Fälle entfallen auf diesen Bereich. An zweiter Stelle folgen mit 25 Prozent die Schwierigkeiten, die aus einer Trennung oder Scheidung der Eltern resultieren. Entwicklungsauffälligkeiten liegen mit einer Fallquote von 18 Prozent an dritter Stelle.

Neben den Einzel und Familienberatungen wurden in 2017 auch die Onlineberatungen (in Kooperation mit der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke)) fortgeführt. Probleme in der Schule und im Beruf machten zwar auch hier gut ein Drittel der Beratungsanlässe aus, jedoch kommen die Themenschwerpunkte Kindeswohlgefährdung und Auffälligkeiten im sozialen Verhalten ebenfalls auf rund 33 Prozent. Genauere statistische Angaben zur einzelfallbezogenen Beratungstätigkeit sowie zur Onlineberatung können dem Jahresbericht der BEKJ entnommen werden, der auf der Homepage des Landkreises Goslar eingesehen werden kann.

Zum Angebot der BEKJ im vergangenen Jahr gehörte auch wieder ein „Kinder-im-Blick Kurs“ (KiB), der sich an getrennt lebende oder geschiedene Eltern richtet. Diplom Psychologin Brümmer wertet die große Resonanz als Zeichen für den erhöhten Bedarf nach ergänzenden Unterstützungsmöglichkeiten in Trennungs- und Scheidungssituationen. „Trennungen belasten sehr, auch, weil sich der Alltag mitunter massiv verändert und viele Dinge, die vorher eingespielt und selbstverständlich waren, neu
organisiert werden müssen. Kinder sind von diesen Auswirkungen natürlich auch betroffen und bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Mit dem Kurs geben wir den Eltern Handlungsoptionen an die Hand, die ihnen die Bewältigung der vielschichtigen Herausforderungen erleichtern sollen“, erklärt Claudia Brümmer.

Neben der Kernaufgabe, der einzelfallbezogenen Beratung, betätigte sich das Team der BEKJ, das an Standorten in Goslar, Bad Harzburg und Clausthal-Zellerfeld erreicht werden kann, auch wieder in der Präventions-, Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

Weitere Informationen rund um die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche (BEKJ) des Landkreises Goslar gibt es im Internet unter www.landkreis-goslar.de unter dem Stichwort „Familienberatung“.