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01.03.2018
Wenn eine Verordnung auf die Praxis trifft


Gerätevorführung zur Gehölzschutzpflege stößt auf großes Interesse bei Landwirten, Jägern und Kommunen

Zugegeben, die Überarbeitung der in den 1950er Jahren gefassten Gehölzschutzverordnung des Landkreises Goslar war kein einfaches Unterfangen. Viele Gespräche mit Landwirten, Naturschutzverbänden, Jägern und Kommunen waren nötig, um das veraltete Regelwerk den Anforderungen und unterschiedlichen Interessen der Gegenwart anzupassen.

Vor rund drei Monaten, im Dezember vergangenen Jahres, trat die Verordnung durch eine so genannte einstweilige Sicherstellung schließlich offiziell in Kraft.

Seither ist schwarz auf weiß dokumentiert, wie der Schutz und die fachgerechte Pflege von Bäumen, Hecken, Feldgehölzen und Sträuchern im Kreisgebiet zu erfolgen hat. Der Landkreis kommt damit unter anderem Forderungen von Naturschutzverbänden und der Politik nach, die auf einen wirksameren Schutz gedrängt hatten.

Doch damit nicht genug. Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar hatte bereits im Vorfeld des Inkrafttretens angekündigt, Landwirte, Kommunen und auch Jäger bei der praktischen Umsetzung der Verordnung nicht alleine zu lassen, sondern aktiv zu unterstützen.

Dies erfolgte nun im Rahmen einer Veranstaltung in der Nähe von Bredelem, die die Kreisverwaltung in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landvolk Braunschweiger Land und der freundlichen Unterstützung von Landwirt Christian Scherb, zugleich Vorstandsmitglied im Landvolk Braunschweiger Land, organisierte. Rund 50 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt.

Das auf Landschaftspflege spezialisierte Hornburger Unternehmen von Clemens Löbbecke demonstrierte eindrucksvoll, wie vielseitig heute die technischen Möglichkeiten für einen fachgerechten Gehölzschnitt sind.

Zeit- und kostenintensive Handarbeit lassen sich durch den Geräteeinsatz auf ein Minimum reduzieren um Hecken, Sträucher oder Feldgehölze fach- und sachgerecht zurückzuschneiden.

Natürlich, das ist auch den Verantwortlichen der unteren Naturschutzbehörde gewahr, ist mit einer fachgerechten Pflege von Gehölzen trotz maschineller Unterstützung ein gewisser, auch finanzieller Aufwand verbunden.

Aus diesem Grund appellierte Torsten Henneberg, Leiter des Fachdienstes Umwelt beim Landkreis, zum Auftakt der Veranstaltung an die Runde der Teilnehmer, dass die Umsetzung der Gehölzschutzverordnung nur gelingen könne, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen: „Wenn wir uns gegenseitig bei der Pflege und dem Erhalt von Hecken, Sträuchern, Feldgehölzen oder Bäumen unterstützen und auch mal die Sicht unseres Gegenübers einnehmen, dann können wir gemeinsam unser Ziel erreichen, unsere vorhandenen Gehölze zu erhalten oder im Idealfall sogar zu vermehren.“

Die Erfahrungen, die in den kommenden Monaten gesammelt werden, können laut Henneberg auch Eingang in die endgültige Fassung der Gehölzschutzverordnung finden, die nach einer noch erforderlichen Gesetzesänderung durch den Kreistag beschlossen werden soll und die vorläufige Regelung ablöst.

Die untere Naturschutzbehörde hat im Übrigen neben der Verordnung auch ein Hinweisblatt zum fachgerechten Gehölzschnitt auf der Internetseite des Landkreises bereitgestellt. So können sich nicht nur die betroffenen Landwirte, Jäger und Kommunen, sondern alle an der Gehölzpflege interessierte Bürger über eine fachgerechte Gehölzpflege informieren.