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02.11.2017
Kinder und Jugendliche in den Fokus gerückt


Über 150 Teilnehmer beim Fachtag des „Goslarer Netzwerkes gegen häusliche Gewalt"

„Wenn Kinder uns an Grenzen bringen", so lautete der Titel des diesjährigen Fachtages des „Goslarer Netzwerkes gegen häusliche Gewalt", der am heutigen Mittwoch im Kreishaus veranstaltet wurde.

Mehr als 150 Teilnehmer aus den Bereichen Pädagogik, Schule, Psychotherapie und Polizei waren der Einladung des Netzwerkes gefolgt, um am gemeinsamen Ziel – Kinder und Jugendliche vor dem Einfluss und den Auswirkungen von Gewalt zu schützen – zu arbeiten.

Landrat Thomas Brych unterstrich in seiner Begrüßung, dass die stete und konsequente Arbeit des Netzwerkes wichtig ist, denn häusliche Gewalt darf nicht unter den Teppich gekehrt, sondern muss kontinuierlich in der Öffentlichkeit thematisiert werden. Den Verantwortlichen des Netzwerkes sprach er in diesem Zusammenhang großes Lob für die Organisation des Fachtages aus. Als positiv bewertet der Landrat auch die Teilnahme von rund 50 Auszubildenden. „Dies zeigt", so Thomas Brych, „dass der Nachwuchs bereits in den Startlöchern steht, um sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen."

Im Anschluss an die kurze Begrüßung durch Landrat Brych folgte Sa-bine Lück. Die Diplom-Sozialpädagogin und Kinder- und Jugendpsychotherapeutin aus Wendeburg stellte in ihrem Fachvortrag „Wenn Kinder uns an Grenzen bringen" unter anderem das Konzept der „Spiele-Apotheke" vor, das wirkungsvolles Handwerkszeug für pädagogisches Fachpersonal enthält.

Bei den von Sabine Lück entwickelten Spielen steht die Bedeutung epigenetischer Weitergabe von Verhaltensmöglichkeiten im Umgang mit sich und anderen im Vordergrund. Die Fähigkeiten von Eltern im Umgang mit eigenen Emotionen, wie Angst, Wut, Freude und Selbstwertgefühl beeinflussen laut Sabine Lück die Fähigkeiten des Kindes in einem viel stärkeren Maß als bisher angenommen.

Die Teilnehmer erfuhren so unter anderem, dass spielerisches Elterncoaching dabei hilft, die Beziehungsfähigkeit zum Kind zu entwickeln und zu stärken.

Das „Goslarer Netzwerk gegen häusliche Gewalt" will mit seinem jährlichen Fachtag den Teilnehmern Hilfestellungen im Umgang mit Betroffenen an die Hand geben; Werkzeuge, um Anzeichen für Gewalt zu erkennen und traumatisierten Kindern zu helfen.

Waren es zu Gründungszeiten 2003 noch 57 Fälle häuslicher Gewalt, wurden 2016 bereits 198 Fälle verzeichnet, bei denen zumindest 192 Kinder und Jugendliche Zeugen von häuslicher Gewalt geworden sind.

Neben dem Landkreis und der Stadt Goslar gehören die Beratungs- und Interventionsstelle (BISS), die AWO, das Frauenhaus Goslar, das Kinder- und Jugendberatungszentrum (kibiz), der Weiße Ring und das Amtsgericht Goslar dem Netzwerk an.