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Schulbegleitung und Inklusion

Bild Mädchen
© Helene Souza / pixelio.de 
Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen können gemeinsam
in allgemeinbildenden Regelschulen unterrichtet und gefördert werden. Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben ohne Ausgrenzung und Diskriminierung.

Grundsätzlich trägt die Schule die Verantwortung für das schulische Bildungsangebot. Erst wenn von schulischer Seite keine Möglichkeit mehr besteht, dem behinderungsbedingten Hilfebedarf eines Kindes oder Jugendlichen gerecht zu werden, können im Einzelfall bei der Teilnahme
am Schulunterricht zusätzliche Unterstützungsleistungen beantragt werden. Diese besonderen Hilfen, die nachweislich nicht in das Aufgabengebiet der Schule fallen, werden von so genannten Schulbegleitungen als ergänzende Leistung im Rahmen der Eingliederungshilfe übernommen.

Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter sollen die Integration von Kindern
und Jugendlichen, deren Teilhabe am Leben in der Gesellschaft durch eine Behinderung oder eine drohende Behinderung beeinträchtigt ist, ermögli-
chen. Sie begleiten die Schülerinnen und Schüler durch den Schulalltag und leisten betreuende, pflegerische oder strukturierende Hilfen, die nicht in die pädagogische Kernkompetenz einer Lehrkraft fallen.

Unter welchen Voraussetzungen hat mein Kind Anspruch auf Schulbegleitung?

Leistungsberechtigt sind alle Kinder und Jugendlichen, die nicht nur vorübergehend geistig, seelisch oder körperlich wesentlich behindert oder von einer solchen Behinderung bedroht sind und die aufgrund ihrer Behinderung eine wesentliche Teilhabebeeinträchtigung haben.

Antragsberechtigt sind die Eltern und Erziehungsberechtigten des betroffenen Kindes oder Jugendlichen.

Welche rechtlichen Grundlagen müssen erfüllt sein?

Bei Kindern und Jugendlichen mit wesentlicher geistiger oder körperlicher Behinderung oder bei Kindern und Jugendlichen mit Mehrfachbehinderung richtet sich die Hilfe zur angemessenen Schulbildung nach §§ 53, 54 SGB XII. Beurteilungsgrundlagen sind neben der gesundheitlichen Situation und der medizinischen Diagnose die mit der Behinderung verbundene konkrete Einschränkung der Teilhabefähigkeit und der daraus resultierende individuelle behinderungsbedingte Bedarf. 

Anspruch bei einer (drohenden) seelischen Behinderung:
Leistungsberechtigt sind Personen mit eingeschränkter seelischer Gesundheit, deren Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Wo beantrage ich eine Schulbegleitung für mein Kind?

Leistungsträger sind das für Ihren Wohnort zuständige Sozial- oder Jugendamt. Sofern Sie im Landkreis Goslar wohnen, richten Sie Ihren Antrag auf Schulbegleitung direkt an den Landkreis Goslar. Hier sind die Zuständigkeiten wie folgt verteilt:

Sozialamt: Kinder und Jugendliche mit einer Teilhabebeeinträchtigung aufgrund einer (drohenden) körperlichen oder geistigen Behinderung
Jugendamt: Kinder und Jugendliche mit einer Teilhabebeeinträchtigung aufgrund einer seelischen oder einer drohenden seelischen Behinderung




(Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf den Personenkreis der seelisch Behinderten!)

Welche Unterlagen benötige ich für die Antragstellung?

Nach Antragstellung werden Ihnen unterschiedliche Formulare ausgehändigt, die ausgefüllt und unterschrieben zurückzusenden sind.

Dazu gehören
  • ein von Ihnen auszufüllender Fragebogen zur Entwicklung Ihres Kindes,
  • ein Fragebogen für Ihr Kind selbst                                                                                   und
  • ein von der Schule bzw. von der Kindertagesstätte auszufüllendes Formular.
Zusätzlich wird eine fachärztliche oder amtsärztliche Stellungnahme zur Feststellung der seelischen Störung benötigt.

In welchem Umfang und für welchen Zeitraum kann eine Schulbegleitung bewilligt werden?

Der Umfang der Schulbegleitung kann sich in Absprache mit dem Jugendamt auf folgende Aufgaben beziehen:
  • Begleitung im Unterricht für einzelne bzw. alle Schulstunden,
  • Begleitung in Pausen,
  • Unterstützung bei besonderen Situationen.

Eine zeitnahe Antragstellung beim Jugendamt wird empfohlen. Eine Bewilligung erfolgt in der Regel halbjährlich, maximal bis zum Ende des laufenden Schuljahres. Danach ist eine Verlängerung für das neue Schuljahr möglich.

Welches Ziel hat eine Schulbegleitung?

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© Helene Souza / pixelio.de 
Grundsätzlich gilt für die Schulbegleitung, dass ihr Ziel eine weitest gehende Selbstständigkeit und
damit die Integration des zu begleitenden Kindes in sein soziales schulisches Umfeld ist. Dieses
kann bedeuten, dass Ihr Kind weniger Hilfe durch die Schulbegleitung erfährt, um stärker an die eigenverantwortliche Übernahme von Aufgaben herangeführt zu werden.




Wer entscheidet über meinen Antrag?

Die abschließende Entscheidung über die Unterstützung durch eine Schulbegleitung wird unter Beteiligung eines Facharztes und der zu besuchenden Schule vom Jugendamt getroffen. Von diesem Ergebnis erhalten Sie einen förmlichen Bescheid.

Was passiert, wenn die Hilfe bewilligt wurde?

Wurde der Anspruch auf Schulbegleitung bestätigt, wird innerhalb der anschließenden Hilfeplanung der Hilfebedarf Ihres Kindes definiert.

Der Hilfeplan stellt den Unterstützungsbedarf eines Kindes oder Jugendlichen zur Inanspruchnahme einer angemessenen Schulbildung und die erforderliche Leistung der Jugendhilfe fest. Hierbei handelt es sich um ein amtliches Schriftstück und ist das Ergebnis eines Klärungsprozesses zwischen
  • den beteiligten Fachkräften,
  • den Personensorgeberechtigten
  • und den Kindern bzw. Jugendlichen.

Die Erstellung des Hilfeplans zur Planung und Durchführung individueller Eingliederungshilfeleistungen, seine Überprüfung und Fortschreibung ist Aufgabe des zuständigen Jugendamtes.

Der Hilfeplan soll
  • alle notwendigen Unterstützungsleistungen enthalten
    und
  • die Ziele der Leistungen transparent beschreiben
    und
  • festlegen, wer diese Leistungen erbringt.

Die Fachkraft für die Schulbegleitung wird in der Regel vom Jugendamt vorgeschlagen. Grundsätzlich muss zwischen dem Anbieter und dem zuständigen Kostenträger eine Leistungs-, Prüfungs  und Entgeltvereinbarung zur Übernahme der Kosten bestehen.

Welche Möglichkeiten habe ich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind?

Sofern die gesetzlichen Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten für die Schulbegleitung nicht vorliegen, wird empfohlen, sich durch die zuständigen Fachkräfte über mögliche alternative Hilfen beraten zu lassen.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen finden Sie hier: