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Grundsätze im Umgang mit Asbestzement und Asbestzementabfällen

 
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Asbest wird als Mineral in natürlichen Lagerstätten unserer Erde abgebaut. Asbest ist extrem hitzebeständig und widerstandsfähig gegen Verrottung und wurde daher gern und häufig als Baustoff eingesetzt.

Warum ist Asbest so gefährlich?

Asbest besteht aus Faserstrukturen. Diese mikroskopisch kleinen Fasern können beim Umgang mit Asbest freigesetzt werden und mit der Atemluft in die Lunge gelangen. Der Körper kann Asbestfasern nicht abbauen. Es besteht die Gefahr, dass Asbestfasern zu Krebs in Lunge, Rippenfell oder Zwerchfell führen.

Die Gesundheitsgefahren durch freigesetzte Fasern wurden erst später erkannt. Die Verwendung von Asbest wurde daraufhin bis auf wenige Ausnahmen ab 1992 verboten. Das von asbesthaltigen Materialien ausgehende Gesundheitsrisiko hängt von der Bindungsart des Asbests ab.

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Welche Asbestprodukte sind in unserer Umwelt vorhanden?

  • Schwach gebundenen Asbest finden Sie in Spritzasbest, Asbestpappen, Dichtungsschnüren, Dämmmaterialien, Leichtmörtelputz, Brandschutzplatten, Bremsbelägen, Elektrogeräten, Nachtspeicheröfen. Diese Produkte sondern sehr leicht lungengängige Fasern ab und sind deshalb besonders gefährlich. Abbruch- und Sanierungsarbeiten an schwachgebundenen Asbestprodukten dürfen nur von zugelassenen sachkundigen Unternehmen durchgeführt werden. Diesen Nachweis bitte bei Auftragserteilung vorlegen lassen.
  • Asbestzement finden Sie unter Umständen in Dach- und Fassadenverkleidungen, Rohren und Schachtelementen. Asbestzementprodukte sind vorgefertigte, zementgebundene Erzeugnisse mit einem Asbestgehalt von in der Regel unter 15 Masseprozent und einer Rohdichte von mehr als 1400 Kilogramm pro Kubikmeter. Eine Faserfreisetzung erfolgt in der Regel nur bei unsachgemäßem Umgang (wie zum Beispiel: Brechen, Schleifen, Bohren, Schneiden).

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Was muss ich beachten?

Der Umgang mit Asbest ist grundsätzlich verboten. Nur im Zusammenhang mit Sanierung, Abtransport und Entsorgung ist unter Beachtung strengster Arbeits- und Umweltschutzbestimmungen noch ein Umgang erlaubt.
Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) umfassen den gefahrlosen Rückbau, die Bereitstellung zur Entsorgung, den Transport und die Beseitigung des Abfalls. Bei diesen Arbeiten müssen besondere Grundsätze zum Arbeits- und Umweltschutz und zur fachgerechten Entsorgung unbedingt beachtet werden. Diese Grundsätze sind in der sogenannten TRGS 519, Ausgabe Januar 2007, berichtigt März 2007 (Technische Regeln für Gefahrstoffe) festgelegt. Die TRGS 519 wendet sich in erster Linie an Fachfirmen, die mit Asbest umgehen.
Wenn jedoch Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an Asbestzementprodukten von Privatpersonen ausgeübt werden (insbesondere unter Beteiligung von Freunden, Verwandten und Bekannten), müssen die schützenden Vorgaben der TRGS 519 wegen der Gefährlichkeit dieser Arbeiten auch von diesen beachtet werden. Dies ist deshalb so wichtig, weil die Gefahr von Asbestfaserimmissionen für die Umwelt besteht und Unbeteiligte geschädigt werden können.

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Schutzmaßnahmen nach der TRGS 519 sind insbesondere

  • Sicherung der Baustelle: Die Baustelle ist durch geeignete Maßnahmen gegen das Betreten durch Unbefugte zu sichern.
  • Sicherung von Bauwerksöffnungen: Während der Arbeiten ist sicherzustellen, dass Fenster und Türen von Räumen im unmittelbaren Arbeitsbereich geschlossen sind.
  • Schutzausrüstung für Mitarbeiter/ Dritte: Während der Arbeiten sollten Atemschutzmasken und Einweganzüge getragen werden. Diese sind nach Beendigung der Arbeiten mit den Asbestabfällen zu entsorgen.
  • Feuchthalten der zu bearbeitenden Teile: Durch sorgfältiges Nässen (druckloses Besprühen) der zu bearbeitenden Teile oder durch Auflegen feuchter Tücher ist eine Staubfreisetzung zu verhindern. Asbesthaltige Abfälle sind feucht zu halten oder mit geeigneten Materialien abzudecken oder in geschlossenen Behältern aufzubewahren und vor dem Zugriff Unbefugter zu sichern.
  • Zerstörungsfreie, auf Minimierung der Staubentwicklung gerichtete Arbeitsweise: Arbeiten mit Asbest sind so zu gestalten, dass Asbestfasern nicht frei werden. Dies muss durch zerstörungsfreien Rückbau entgegen der Einbaurichtung erfolgen (TRGS 519 Nummer 15). Zusätzlich sollte durch Absaugen, Faserbindemittel oder Befeuchten die Faserfreisetzung unterbunden werden. Das Bearbeiten von Asbestzementprodukten mit Arbeitsgeräten, wie zum Beispiel Abschlagen, Abschleifen, Hoch- oder Niederdruckreiniger oder Abbürsten ist unzulässig. Abfälle keinesfalls zerkleinern.
  • Ausgebaute Asbestprodukte dürfen nicht wiederverwendet werden: (Ausnahme nach TRGS 519 Punkt 16.2 -Instandhaltungsarbeiten an Asbestzementprodukten-).
  • Reinigung der Baustelle: Nach Beendigung der Arbeiten sind alle mit Asbeststaub kontaminierten Oberflächen zu reinigen (Feuchtreinigung oder Industriestaubsauger mit der Verwendungskategorie K 1 oder der Staubklasse H). Verschmutzter Boden ist feucht in dünner Schicht abzutragen und mit den Asbestabfällen zu entsorgen.
    Kennzeichnung der Abfälle als „asbestbelastet“: Auf den Verpackungen ist ein gut sichtbarer Hinweis anzubringen: „ACHTUNG ASBEST! Gesundheitsgefährdung bei Einatmen von Asbestfasern“. Der Hinweis kann mit einem Permanent-Stift auf die Folie geschrieben werden. Alternativ können im Spezialhandel erhältliche Asbestaufkleber verwendet werden.
  • Entsorgung der Abfälle:  Die anfallenden Asbestabfälle sind zur Abgabe bei der Müllumschlagstation in sogenannte "Big-Bags" zu verpacken. Beim Auf- und Abladen und dem Transport der Abfälle muss darauf geachtet werden, dass die Verpackungen nicht beschädigt werden. Der Transport ist so durchzuführen, dass keine Asbestfasern freigesetzt werden. Weitere Anforderungen und die Anlieferung sind mit der Abfallentsorgungsanlage                 

"Im Heiligenholze", Landstr. 88 b, 38667 Bad Harzburg-Harlingerode, Telefonnummer: 05321/ 336310

     abzustimmen. Asbestabfälle aus dem Landkreisgebiet sind den Kreiswirtschaftsbetrieben Goslar zur Beseitigung zu überlassen.

Hinweise zum korrekten Umgang mit Asbest erhalten Sie beim Fachdienst Umwelt.

Auskünfte über zugelassene fachkundige Firmen zum Asbestrückbau erhalten Sie bei den Staatlichen Gewerbeaufsichtsämtern (zum Beispiel: Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, Telefonnummer: 0531/35476-0 oder 35476-118)

Das Merkblatt  "Merkblatt Umgang mit Asbest" steht Ihnen auch als PDF-Datei  zur Verfügung.