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Neue Kfz-Zulassungsdokumente seit 1. Oktober 2005

Seit 1. Oktober 2005 heißt es Abschied nehmen von den bekannten deutschen Fahrzeugpapieren. Zu diesem Zeitpunkt hat Deutschland eine EU-Richtlinie umgesetzt, die die Einführung einheitlicher Fahrzeugdokumente in allen Mitgliedsstaaten zum Ziel hat. Damit soll der grenzüberschreitende Fahrzeughandel ebenso erleichtert werden wie die polizeiliche Verkehrskontrolle. Ferner weisen die neuen Fahrzeugpapiere weitere Sicherheitsmerkmale auf, die eine Fälschung erschweren sollen.

An die Stelle von Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein tritt nun die Zulassungsbescheinigung. Sie besteht in Deutschland aus zwei Teilen. Dabei erfüllt Teil I die Funktion des Fahrzeugscheins als Nachweis einer bestehenden Zulassung des Fahrzeugs zum öffentlichen Straßenverkehr. Teil II weist wie bisher der Fahrzeugbrief die Verfügungsberechtigung des Inhabers über das Fahrzeug aus. Um nicht unzählige Gesetze und Verordnungen ändern zu müssen, trägt die Zulassungsbescheinigung Teil I den Klammerzusatz "Fahrzeugschein" und die Zulassungsbescheinigung Teil II wird in Klammern als "Fahrzeugbrief" bezeichnet.

Seit 1. Oktober 2005 dürfen alle Zulassungsbehörden nur noch die neuen Zulassungsbescheinigungen ausstellen. Für Sie als Fahrzeughalterin und Fahrzeughalter ist wichtig, dass die bisher ausgegebenen Dokumente gültig bleiben und grundsätzlich nicht umgetauscht werden müssen. Kommt es aber zum Beispiel zu einem Halter- oder Standortwechsel, sollen technische Änderungen eingetragen werden, soll eine Wiederzulassung erfolgen oder ist der Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief verloren worden, so müssen beide Teile der Zulassungsbescheinigung neu ausgestellt werden. Eine Weiterverwendung des alten Fahrzeugbriefes ist ausgeschlossen, auch wenn dort noch Platz für Eintragungen vorhanden ist. Die Zulassungspapiere eines Fahrzeugs müssen "paarig" sein. Ein Nebeneinander von alten und neuen Dokumenten ist nicht zugelassen. Ausnahmen sind nicht möglich.

Nur bei einem Umzug der Fahrzeughalterin oder des Fahrzeughalters innerhalb des Landkreises Goslar ist keine Ausstellung einer Zulassungsbescheinigung erforderlich. In diesem Fall wird auf den alten Fahrzeugschein ein Aufkleber aufgebracht.

Die "Paarigkeit" der Dokumente ist unter anderem erforderlich, weil sie nicht mehr den gleichen Inhalt haben. Bislang enthielten Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief die vollständige technische Beschreibung des Fahrzeugs. Künftig weist Teil II nur noch wenige haupttechnische Daten aus. Zudem ist in die Zulassungsbescheinigung Teil I die Nummer des Teils II aufzunehmen. Beide Teile werden so miteinander verbunden. Sollte Ihnen die Zulassungsbescheinigung Teil II verloren gehen, müssten Sie sich auch Teil I neu ausstellen lassen.

Beim Druck der Zulassungsbescheinigung Teil I in der Zulassungsbehörde erhält dieser aus Gründen der Fälschungssicherheit eine Bearbeitungsnummer, die codierte Angaben über die Ausgabestelle und den Ausgabetag erhält.

Auch in der Zulassungsbescheinigung Teil I entfallen bekannte Angaben. So ist zum Beispiel nur noch eine Reifengröße einzutragen. Andere Reifen dürfen verwendet werden, wenn die Betriebserlaubnis oder EG-Typgenehmigung des Fahrzeugs dies zulässt.

Aufgrund einer Forderung des Bundesbeauftragten für den Datenschutz werden in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil II nur noch zwei Haltereinträge möglich sein. Die Zahl der Vorhalter wird eingetragen, wenn sie der Zulassungsbehörde bekannt ist.

Wurde der Fahrzeugschein bei Abmeldungen bisher immer eingezogen, so wird er künftig nach Eintragung der Stilllegung wieder ausgehändigt. Eine Abmeldebescheinigung wird nicht mehr erstellt. Soll später eine Wiederzulassung erfolgen, sind Teil I und Teil II der Zulassungsbescheinigung bzw. bei Fahrzeugen mit alten Dokumenten Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief vorzulegen. Heben Sie die Dokumente daher nach einer Stilllegung gut auf!

Zulassungsfreie Fahrzeuge wie Leichtkrafträder, Boots- oder Pferdeanhänger erhalten nur auf besonderen Antrag eine Zulassungsbescheinigung Teil II. Für sie genügt sonst neben der Zulassungsbescheinigung Teil I die Betriebserlaubnis.

Wegen der Fälschungssicherheit sind die Beschaffungskosten für die Zulassungsbescheinigungen gestiegen. Zudem muss in vielen Fällen der bisherige Fahrzeugbrief in eine Zulassungsbescheinigung Teil II umgetauscht werden. Dadurch entstehen höhere Gebühren als bis zum 30. September 2005.

Wir geben Ihnen folgende dringenden Empfehlungen:

  • Bringen Sie bei Fahrzeugen mit alten Dokumenten zu allen Zulassungsvorgängen – außer beim Umzug der Halterin oder des Halters innerhalb des Landkreises Goslar – den Fahrzeugschein und den Fahrzeugbrief mit, damit der Umtausch erfolgen kann.
  • Achten Sie auf Ihre Fahrzeugpapiere. Da bei Verlust der Zulassungsbescheinigung Teil II und Ausstellung einer Ersatzbescheinigung auch Teil I erneuert werden muss, wird die Erstellung von Ersatzdokumenten eine teure Angelegenheit.
  • Kaufen Sie nur Fahrzeuge mit vollständigen Papieren. Da Stilllegungen und ein Teil der technischen Daten nicht in die Zulassungsbescheinigung Teil II eingetragen werden, entstehen bei Umschreibungen sonst umfangreiche Nachfragen, die Sie Zeit und Geld kosten. Wir sind personell nicht in der Lage, diese Rückfragen für Sie zu erledigen.
  • Fragen können Sie unter der Telefonnummer (05321) 3769-91 an uns richten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir während der Publikumszeit vielleicht nicht sofort telefonisch erreichbar sind.

Bitte beachten Sie: Wir setzen eine bundeseinheitliche Verordnung um und haben keinen Einfluss auf die Gestaltung der Dokumente, die Notwendigkeit des Umtauschs oder die anfallenden Gebühren.