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Sonderprojekte Naturschutz

 
2013.10.23-Bild des AK Offenlandpflege 2-P1010877
© Landkreis Goslar 

Die untere Naturschutzbehörde begleitet derzeit die Sonderprojekte "Offenlandpflege" und "Naturparkplanung Westharz" im Bereich der Natur- und Landschaftspflege. Die Aufgaben werden durch den Arbeitskreis "Offenlandpflege" sowie durch den Arbeitskreis "Naturparkplanung Westharz" wahrgenommen. Das Bild zeigt die Mitglieder des Arbeitskreises "Offenlandpflege" (links: Leitung des AK durch Manfred Niepel von der Kreisumweltverwaltung und dritter von links: Projektleiter Hartmut Tiedt vom Planungsbüro ALNUS, Bad Harzburg).


Offenlandpflege

28.10.2013

EU- und Landes-Gelder sollen Offenlandlebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten sichern – Landkreis Goslar beschäftigt ein Planungsbüro und bildet einen Projekt begleitenden Arbeitskreis.


Die Naturschutzgesetzgebung des Bundes formuliert als strategisches Ziel einen bundesweiten Biotop-Verbund. Dieser soll in einer Zeit, in der der freien Landschaft täg-lich mehr als einhundert Hektar durch Siedlungs- und Straßenbau sowie infrastruktu-relle Großprojekte verloren gehen, die biologische Vielfalt erhalten helfen. Sicherlich keine einfache Aufgabe in einem Land, das einerseits dicht besiedelt ist und anderer-seits zu den wirtschaftsstärksten auf der Welt gehört.

Fachleute nennen es „Biodiversität“. Man könnte auch sagen, dass mit diesem Begriff die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde genannt wird. Sie ist die Variabilität aller lebenden Or-ganismen und der ökologischen Komplexe zu denen sie gehören. Sie umfasst drei Ebenen: erstens die Vielfalt der Ökosysteme (dazu gehören Lebensgemeinschaften, Lebensräume und Landschaften), zweitens die Artenvielfalt und drittens die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Manfred Niepel von der Kreisumweltverwaltung erinnert: „Dieser inzwischen Welt umspannende Diskussionsprozess dokumentiert sich auch in internationalen Konferenzen. Wir können uns bestimmt noch an die Juni-Tage dieses Jahres erinnern, als die Konferenz in Bonn Station machte und die Medien u. a. über den Schwerpunkt ‚Klimawandel und Natur-schutz’ berichteten“.

Die Bundesländer Niedersachsen und Bremen haben mit finanzieller Unterstützung der Eu-ropäischen Union eine Förderrichtlinie aufgelegt, die es Regionen wie dem Harz ermöglicht, Offenlandbereiche, deren Fortbestand durch Verbuschung oder Wiederbewaldung gefährdet sind, entsprechend zu bearbeiten. Die Kreisumweltverwaltung schlug dem Kreistag vor, sich dieses Konzept zu eigen zu machen und formulierte ein zweijähriges Projekt. Der Kreistag stimmte zu und nun laufen die ersten Planungsschritte an.

Niepel zusammenfassend: „Im Kern wird es darum gehen, die Lebensraumstrukturen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu bewahren oder wieder neu zu schaffen. Die Förderricht-linie passt insoweit ideal zur Weiterentwicklung der Bergwiesenflächen, die der Landkreis seit mehreren Jahren konzeptionell betreibt. Letztlich werden diese Aktivitäten, die sich nahezu über den gesamten Oberharz erstrecken, wichtige Beiträge für den Biotopverbund im Kreisgebiet leisten. Ein Planungsbüro ist gefunden, der erforderliche Arbeitskreis gebildet und nun kann es losgehen“.

 EU-Flagge                            EU-Förderung

 

Warum brauchen wir biologische Vielfalt?
Es gibt zahlreiche ökologische, ökonomische, soziale und auch ethische Gründe, die biologische Vielfalt zu erhalten und zu bewahren.


Rechtliche und ethische Gründe
Laut Grundgesetz schützt der Staat "auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen" (GG Art. 20 a). Die Bio-diversität zu schützen und damit auch eine Generationengerechtigkeit zu bewahren, ist folglich ein Auftrag mit Verfassungsrang.


Ernährung und Rohstoffe
Pflanzen und Tiere spielen bei der Ernährung des Menschen die entschei-dende Rolle. Ungefähr 7000 Pflanzenarten wurden bislang für die menschli-che Ernährung weltweit kultiviert – ein Prozess, der bereits vor mehr als 10.000 Jahren begann. Ferner erhalten wir zahlreiche Rohstoffe (z.B. Holz als Baumaterial oder Energielieferant) aus der Natur.


Ökosystem-Dienstleistungen
Ganz selbstverständlich nutzen wir täglich die "Dienstleistungen" der Natur: frische und saubere Luft, sauberes Wasser, Obst und Honig (erzeugt durch bestäubende Insekten wie z.B. Bienen), CO2-Speicherung (z.B. in Wäldern, Mooren, Böden, Weltmeeren) und vieles mehr. Diese Dienstleistungen kann die Natur nur aufgrund ihrer intakten Biodiversität liefern. Es sind für uns le-benswichtige, aber unentgeltliche Ökosystemfunktionen. Wir können es uns nicht leisten, auf sie zu verzichten.


Anpassung an Umweltveränderungen
Ein reicher Genpool führt dazu, dass Organismen, Arten und somit auch ganze Ökosysteme gesund und flexibel bleiben und sich an sich verändern-de Lebensbedingungen anpassen können. Besonders in Zeiten des Klima-wandels ist es wichtig, dieses Anpassungspotential aufrecht zu erhalten.


Erholung und Wohlbefinden
Die biologische Vielfalt der Natur dient unserer Erholung. Ob Waldspazier-gänge, Reisen ans Meer oder Wanderungen in den Bergen, die Ästhetik und Schönheit der Natur aufgrund ihrer Vielfalt spielen für unser Wohlbefinden eine ganz wesentliche Rolle.

(Auszug aus Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz – www.bfn.de)

Naturparkplanung Harz (Niedersachsen)

 

07.10.2013

Kreistag des Landkreises Goslar setzt ein Zeichen für die Naturparkplanung „Westharz“ – Planungsauftrag geht an ein Büro aus Magdeburg


Der Naturpark Harz ist seitens des Landes Niedersachsen vor über fünfzig Jahren ins Leben gerufen worden und hat bereits – für viele unter uns wahrscheinlich eher unbemerkt - bereits sein goldenes Jubiläum hinter sich. Eigentlich kein Wunder, denn der Naturpark als Institution ist nicht unbedingt in aller Munde. Manfred Niepel ist als Leiter der Kreisumweltverwaltung da mit einer ganz anderen Überzeugung unterwegs: „Den Naturparken in Deutschland hat der Gesetzgeber eine besondere Position gegeben. Nach ihrer Funktionsbestimmung führt die Arbeit der Parke gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels zu einer Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Situation in den ländlichen Regionen, die auch den kommenden Generationen zugute kommt.“


Die Wissenschaft ist sich international wie national einig, dass der Verlust der biologischen Vielfalt ein gravierendes Problem darstellt. Wenn heute in unserem Land täglich mehr als 100 ha freier Landschaft versiegelt werden (Siedlungs- und Straßenbau, Großprojekte wie Flughafenbau, Gewerbegebiete), dann ist in der Tendenz klar erkennbar, welche Entwicklung nach wie vor genommen wird.


Das Petersberger Programm

Im Jahr der Naturparke 2006 hat der Verband Deutscher Naturparke deshalb auf der Grundlage der Bundesnaturschutzgesetzgebung mit dem „Petersberger Programm“ die Zielrichtung für die Entwicklung der Naturparke in den kommenden Jahrzehnten neu formuliert. Entstanden ist das gleichnamige Programm mit seinen insgesamt 10 Kernzielen.


Naturpark-Planung „Westharz“

Der vom Land verordnete Naturpark umfasst in den Territorien der benachbarten Landkreise Osterode am Harz sowie Goslar den gesamten Westharz, wobei dessen rechtliche Trägerschaft beim Regionalverband Harz liegt. Diese Trägerorganisation war aber von Anfang an weder personell noch finanziell in der Lage, eine strategische, konzeptionelle und großprojektbezogene Arbeit in der erforderlichen Breite und Tiefe zu leisten. Der Westharz ist unter diesen Gegebenheiten stark ins Hintertreffen geraten.

Bei alledem ist den vorhandenen Aktiven großes Lob zu zollen, unter welchen Voraussetzungen – gerade auch im Vergleich mit dem gesetzgeberischen wie finanziellen Engagement der benachbarten Bundesländer – die heutige, sehr wertvolle Arbeit geleistet worden ist und wird.

Alle Fachleute, die im Rahmen des Arbeitskreises „Naturpark Harz“ zusammen arbeiten (dazu zählen Fachleute des Harzer Tourismusverbandes, des Regionalverbandes Harz, der Forstverwaltung, des Harzklubs, der beiden Landkreise sowie die Sprecher-Funktion der Goslarer Umweltverbände), sind sich darüber einig, dass die strukturellen Rückstände gegenüber den anderen drei Naturparkteilen, die in den benachbarten östlichen Bundesländern liegen, nur über eine gemeinsame Naturparkplanung „Westharz“ aufholbar sind.


Planungsauftrag

Der Landkreis Goslar hat durch Manfred Niepel diesen Arbeitskreis organisiert und moderiert und auf der Grundlage eines einvernehmlichen Votums die politischen Gremien befasst. Ende September votierte der Kreistag über alle Parteien hinweg einstimmig für einen entsprechenden Planungsauftrag, der an eine Planungsgesellschaft aus Magdeburg-Dessau geht. Sie hat sich in einer persönlichen Vorstellung als in besonderer Weise qualifiziert gezeigt und dabei auch damit gepunktet, dass sie bereits alle Planungsaufträge in den benachbarten Bundesländern auf sich vereinigen konnte. „Es ist mit Blick auf die langfristige Zielsetzung“, so Manfred Niepel, „aus allen Naturparkteilen einen einheitlichen Naturpark ‚Harz’ zu formen, eine sehr gute Chance, mit einem Planungsauftrag an dieses Büro die Voraussetzung für kompatible Planungsansätze zu bekommen“.


Beweidungsprojekt bei Wolfshagen

Und dass diese Naturparkidee in Wirklichkeit zünden könnte, dafür gibt es erste Anzeichen. Erich Heine, früherer Bürgermeister der Stadt Langelsheim und noch heute in vielen ehrenamtlichen Funktionen für die Entwicklung seines Heimatortes Wolfshagen unterwegs, ist auch Vorsitzender der „Gemeinheit Wolfshagen“. In den Gremien aller in der Gemeinheit zusammengefassten Eigentümer sind einvernehmliche Beschlüsse gefasst worden, wonach ein Beweidungsprojekt konzipiert werden soll, das eng mit den Zielen des Naturparks verzahnt ist. Auch wenn die Planungen noch nicht abgeschlossen sind und noch eine ganze Reihe von Abstimmungen erfolgen müssen, so sprechen Insider von qualitativ wertvollen Pflege- und Entwicklungszielen auf den Flächen. Auch die Wiederansiedlung des Harzer Roten Höhenviehs, eine mit der Bergbaugeschichte eng verbundene Rinderrasse, die im Harz wieder heimisch werden könnte, ist im Gespräch (Berichterstattung folgt).


Ausblick

Der Landkreis Goslar möchte die Planung in enger Abstimmung mit dem benachbarten Landkreis Osterode am Harz voranbringen. Niepel abschließend: „Wir werden dabei auch mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit dazu beitragen, dass Zielsetzungen und Vorgehenswei-sen im Naturpark in den Köpfen der Menschen präsenter werden und eine stärkere Identifikation erfolgt, denn in der Naturparkidee ‚Harz’ liegt ein Stück Zukunft!“

Beweidungsprojekt Wolfshagen

28.10.2013

Beweidungsprojekt Wolfshagen passt gut zur Naturpark-Idee –
„Gemeinheit Wolfshagen“ entwickelt mit der Naturschutzbehörde Konzept zur Flächenentwicklung


Dass Wolfshagen ein Ort ist, der sich wunderschön in die Harzlandschaft einfügt, ist hinlänglich bekannt. Diese Attraktivität könnte im kommenden Jahr um eine weitere Facette reicher sein. Manfred Niepel, Leiter des Fachdienstes „Umwelt“ beim Land-kreis Goslar, sieht die konzeptionelle Zusammenarbeit zwischen Erich Heine, dem Vorsitzenden der „Gemeinheit“ und der Naturschutzbehörde auf einem guten Weg.


„Der Landkreis Goslar“, so Niepel, „verfolgt seit Jahren das naturschutzfachliche Ziel, die Bergwiesen des Harzes zu pflegen und nach Möglichkeit weiter zu entwickeln. Derzeit sind rund 630 Hektar als geschützte Biotopart „Bergwiese“ kartiert und werden von Landwirten des Harzes, gestützt durch Förderprogramme des Landes, gemäht oder beweidet“.

Diese Aktivität findet im politischen Raum wie auch unter den Fachleuten des Biotopverbun-des allseits Anerkennung. Die Bergwiesen sind gekennzeichnet durch unterschiedliche Kombinationen von geschützten Tier- und Pflanzengesellschaften und werden nach strengen naturschutzfachlichen Regeln bewirtschaftet.

Niepel sieht in dem in der Entstehung befindlichen Beweidungsprojekt eine typische Entwick-lung des neu belebten Naturpark „Westharz“. „Diese Planung passt gut in die Idee eines le-bendigen Naturparks, der nach dem Willen des Gesetzgebers die Naturraumentwicklung mit der wirtschaftlichen Regionalentwicklung auf eine Stufe stellt“.

Die Projektplanung läuft und wird sich in den kommenden Wochen verfeinern. In einem Punkt sind Heines Vorstellungen indes schon konkreter. Er besitzt Kontakt zu Fachverbänden der Landwirtschaft, die ihn bezüglich des Harzer Roten Höhenviehs beraten. Ihm schwebt vor, das traditionelle Harzer Rote Höhenvieh, das über lange Zeiten hinweg das Leben der Bergleute im Nebenerwerb unterstützte, wieder auf die Flächen der Gemeinheit zu bringen.

Gelänge dies, dann würde nicht nur ein Stück Tradition wieder erstehen, sondern auch der Fremdenverkehr wäre um eine Attraktion reicher.


Ortstermin Beweidungsprojekt Wolfshagen Ortstermin in Wolfshagen (von links nach rechts: Herr Hehlgans und Herr Niepel von der Umweltverwaltung des Landkreises Goslar, Herr Schrader - ehem. Bürgermeister der Stadt Langelsheim -, Herr Heine - Vorsitzender der Gemeinheit Wolfshagen-, Herr Pahl).