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Gastfamilie

Das Angebot der Vollzeitpflege in Gastfamilien richtet sich an minderjährige unbegleitete Ausländer, die sich bis zum Erreichen ihrer Volljährigkeit und teils auch darüber hinaus in den Rahmen einer Familie im Landkreis Goslar einfügen möchten und können. Es handelt sich um eine Form der Vollzeitpflege, die hier erstmals Ende 2015 konzipiert und eingeführt wurde. Erste Erfahrungen zeigen, dass die betroffenen jungen Menschen in der Regel 14 bis 17 Jahre alt sind. Sie kommen bislang insbesondere aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran und sind muslimischen Glaubens. Die meisten stehen mit ihren Familien in der Heimat über die sozialen Medien in Verbindung. Sie haben vielfältige Fluchterfahrungen gemacht und bringen unterschiedlichste Bildungs-, Sozialisations- und Kulturerfahrungen sowie Sprachkenntnisse mit. Es ist davon auszugehen, dass viele Jugendliche psychisch belastet und / oder traumatisiert sind. Insofern benötigen sie auf Seiten der Gastfamilie Bezugspersonen, die sich offen, aufmerksam und mit einer toleranten Grundhaltung für die besonderen Belange auf ihr Gastkind einlassen können. Für die jungen Menschen ist hier eine Vormundschaft eingerichtet, welche die abwesenden Eltern in allen wichtigen Fragen der elterlichen Sorge und auch im Asylverfahren vertritt. Die Gastfamilien arbeiten u.a. eng mit dem Vormund, dem Pflegekinderdienst, einem Dolmetscher, einem Erziehungsbeistand und der Schule zusammen.


Wesentliche persönliche und familiäre Voraussetzungen

Die Vollzeitpflege in Gastfamilien wird von belastbaren Paaren oder Personen geleistet, die Erfahrung im Zusammenleben mit jungen Menschen haben. Die Gasteltern durchlaufen vor einer ersten Aufnahme ein Klärungsverfahren. Dieses dient einerseits dazu, sie über persönliche, psychologische, erzieherische, rechtliche und kulturelle Besonderheiten der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zu informieren und diese Anforderungen mit den eigenen Ressourcen abzugleichen. Andererseits sind auch in dieser Form der Vollzeitpflege persönliche, familiäre und wirtschaftliche Grundvoraussetzungen auf Seiten der Gasteltern nachzuweisen (z. B. ausreichender Wohnraum, zeitliche Verfügbarkeit, Einverständnis aller Familienmitglieder zur Aufnahme eines Flüchtlings, wirtschaftliche Stabilität, Gesundheit, emotionale Stabilität, Toleranz usw.). Es ist unabdingbar, dass die Gasteltern mit dem Netzwerk rund um den jungen Menschen kooperieren. Besonders angesprochen sind Familien mit eigenem Migrationshintergrund, die bereits seit mind. 5 Jahren hier leben und die deutsche Sprache beherrschen. Gasteltern nehmen an den vom Jugendamt für ihre Aufgabe konzipierten Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen teil.