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Informationen zum Vorlesesystem

Erwartungen an die Adoptiveltern

Besondere Lebensformen

Bei der Einschätzung der Eignung von Adoptionsbewerbern haben sich die Vermittler ausschließlich am Wohl des Kindes zu orientieren. Besondere Lebensformen und Lebensführung von Bewerbern müssen daher - unabhängig von deren persönlichen, beruflichen oder weltanschaulichen Hintergrund - daraufhin geprüft werden, wie sie sich auf die Integration des Kindes in das Familiensystem und das außerfamiliäre Umfeld auswirken.

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Erziehungsleitende Vorstellungen

Erzieherisches Handeln lässt sich durch den persönlichen Erziehungsstil und individuelle Erziehungserfahrungen sowie allgemeine Wertvorstellungen ansatzweise prognostizieren.

Die Fachkräfte in der Adoptionsvermittlung müssen sich eingehend über die genannten Aspekte mit den Bewerbern auseinander setzen und beratend – etwa im Hinblick auf die besonderen Bedürfnisse von Adoptivkindern – tätig sein.

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Alter

Vom Gesetz her gibt es keine Altersgrenzen, jedoch ist das Alter ein Indikator, der auf andere Merkmale, z. B. Lebenserfahrung, Belastbarkeit, Flexibilität verweist. Zu bedenken ist, dass auch das heranwachsende Kind belastbare Eltern benötigt. Dem Wohl des Kindes wird es daher in der Regel nicht dienen, wenn der Altersabstand größer als 40 Jahre ist. Oberhalb dieser Grenze wird eine Vermittlung daher nur in begründeten Ausnahmefällen in Betracht kommen.

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Gesundheit

Es muss gewährleistet sein, dass Bewerber über einen längeren Zeitraum hinweg physisch oder psychisch in der Lage sind, die erzieherische und pflegerische Versorgung des Kindes sicher zu stellen. Von den Bewerbern muss deshalb verlangt werden, dass sie selbst nach bestem Wissen über sich Auskunft geben, behandelnden Ärzten oder Psychologen die Auskunft gestatten und erforderlichenfalls auch einer amtsärztlichen Untersuchung zustimmen. Das Gleiche gilt für andere im Haushalt lebende Personen.

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Wohnverhältnisse

Eine kindgerechte Umgebung mit Kontaktmöglichkeiten zu anderen Kindern sollte gegeben sein. Ein ausreichender Wohnraum für die Familie, der für das Kind eine Rückzugsmöglichkeit bietet, sollte zur Verfügung stehen.

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Berufstätigkeit

Das Kind braucht die seinem Entwicklungsstand entsprechende elterliche Zuwendung, die einer zeitlichen Abwesenheit Grenzen setzt. Daher sollte bevorzugt zu Bewerbern vermittelt werden, die bereit und in der Lage sind, ihre berufliche Tätigkeit den Bedürfnissen des Kindes anpassen zu können.

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Einkommensverhältnisse

Die wirtschaftliche Gesamtsituation stellt eine Rahmenbedingung für die kindliche Entwicklung dar. Von den Bewerbern muss der Nachweis erbracht werden, dass ein Aufwachsen des Kindes in ihrer Familie ökonomisch abgesichert ist.

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Vorstrafen

Die Bewerber haben der Adoptionsvermittlungsstelle eine polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen. Evtl. Vorstrafen sind kein genereller Hinderungsgrund für die Vermittlung eines Kindes. Ausschlusskriterien sind allerdings Vorstrafen z.B. wegen sexuellen Missbrauchs, Kindesmisshandlung oder Körperverletzung.

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Geschwisterfolge

Das Vorhandensein von leiblichen- und / oder Adoptivgeschwistern bedarf der besonderen Beachtung. Grundsätzlich sollte ein Kind nur in die vorhandene Geschwisterkonstellation gegeben werden, das jünger ist als das jüngste Kind. Es ist nicht zu unterschätzen, dass aus der Sicht des adoptierten Kindes leicht das Gefühl entstehen kann, dass sein Wert in der Familie geringer geschätzt wird als der von leiblichen Kindern, insbesondere wenn sie nach ihm geboren werden.

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Ehepaare / Alleinstehende / Lebensgemeinschaften

In der Regel sollte es sich bei Adoptionsbewerbern um verheiratete Partner handeln.

Die Annahme eines Kindes durch eine allein stehende Person kann sich anbieten, wenn entweder eine bereits länger währende für das Kind bedeutsame Beziehung besteht, die einem Eltern-Kind-Verhältnis entspricht und/ oder es sich um die Aufnahme eines Kindes handelt, dessen Geschwister in Verwandten- oder Freundeskreis oder Nachbarschaft des Bewerbers leben.

Eine Adoption ist bei gleich- oder gemischtgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften nur durch eine der beiden Personen möglich. Dies gilt bei gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften unabhängig von deren Eintragung (Lebenspartnerschaftsgesetz). Wie bei allein stehenden Bewerbern bedarf die Annahme hier einer besonders eingehenden Kindeswohlsprüfung unter Einbeziehung der Partnerin beziehungsweise des Partners.