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Inlandsvermittlung - weitere Informationen


Die Adoptionsbewerber

Die Bewerber müssen bei Antragstellung unbeschränkt geschäftsfähig sein und den gesetzlich normierten Kriterien hinsichtlich des Mindestalters entsprechen (§ 1743 BGB).

Vor jeder Adoptionsvermittlung (auch bei Auslandsadoptionen) muss zunächst die Eignung der Bewerber durch die Vermittlungsstelle festgestellt werden. Dabei finden neben formalen Voraussetzungen wie Alter, Gesundheit oder Wohnverhältnisse auch psychologische Eignungskriterien zur Aufnahme eines fremden Kindes Berücksichtigung.

Im weiteren Verfahren sind deshalb weitere Eignungskriterien zu prüfen.

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Adoptionsbewerberliste

Nach der notwendigen Eignungsfeststellung, deren Ergebnis den Bewerbern nach abgeschlossenem Prüfungsverfahren mitgeteilt wird, erfolgt eine Aufnahme in die Adoptionsbewerberliste. Diese dient nach der in Pflegegabe eines Adoptivkindes auch dazu, im Rahmen der notariellen Beurkundung des Annahmeantrages die feststehenden Bewerber ohne Angabe ihrer Identität benennen zu können. Durch den Gebrauch von Adoptionsbewerberlisten wird verhindert, dass es zu unzulässigen Blanko-Einwilligungen kommt, denn die Einwilligung darf sich nur auf bereits feststehende Annehmende beziehen.

Die Adoptionsbewerberliste sieht hingegen keine Rangfolge vor, die die Vermittlung der zur Adoption kommenden Kinder festschreibt.

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Adoptivkinder

Waisenkinder gibt es heute kaum noch zur Adoption. In der Regel nehmen Verwandte oder der Familie nahe stehende Personen diese Kinder in ihren Familien auf.

Bei den meisten Babys und Kleinkindern, die zur Adoption freigegeben werden, handelt es sich um Kinder nicht verheirateter Mütter, die sich in einer Zwangslage befinden.

Die Freigabe von Kindern zur Adoption steht zumeist in Zusammenhang mit gesellschaftlichen und situationsbedingten Ursachen, bürgerlicher Moral, patriarchalischer Strukturen, kulturellen-, religiösen-, und vor allem aber ökonomischen Bedingungen.

Die Zahl der zu vermittelnden Säuglinge und Kleinkinder in Deutschland geht immer mehr zurück. Dem gegenüber steht eine Vielzahl von älteren und schwervermittelbaren Kindern, für die nicht so leicht Adoptiveltern gefunden werden können.

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Überregionaler Vermittlungsausgleich

Für Kinder, die wegen vorgenannter Besonderheiten mangels Vorhandensein von geeigneten Adoptionsbewerbern im Bereich ihrer zuständigen Adoptionsvermittlungsstelle nicht vermittelt werden können, besteht die Möglichkeit, über die zentralen Adoptionsstellen der Bundesländer über die Ländergrenzen hinaus nach geeigneten Eltern zu suchen.

Das Adoptionsvermittlungsgesetz sieht vor, dass die Adoptionsvermittlungsstellen die zentrale Adoptionsstelle des Landesjugendamtes nach dreimonatiger erfolgloser Suche nach Adoptiveltern einschalten.

Zugleich ist auch vorgesehen, dass Bewerber, die bereit sind, ein schwervermittelbares Kind aufnehmen zu wollen, an die zentrale Adoptionsstelle weiterzumelden sind, sofern diese damit einverstanden sind. Es ist weiterhin eine Verpflichtung der zentralen Adoptionsstelle in den Kinderheimen ihres Einzugsbereiches zu prüfen, ob sich für die dort untergebrachten Kinder die Möglichkeit der Adoption bietet.

Dieser Auftrag korrespondiert mit der Verpflichtung der Jugendämter vor und während einer längerfristig zu leistenden Hilfe für ein Kind, das sich in Heimerziehung und in einer Pflegestelle befindet, zu prüfen, ob die Annahme als Kind in Betracht kommt (§ 36 Kinder- und Jugendhilfegesetz).

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Die Herkunftsfamilien

Eine Untersuchung zur Sozialschicht der natürlichen Eltern nach Berufsgruppen, die von Napp-Peters durchgeführt worden ist, weist die Mehrheit der Mütter von zur Adoption kommenden Kindern als Angehörige der unteren Sozialschichten aus. Dies trifft in der Regel auch für die Väter zu. Die meisten Mütter der Untersuchungsgruppe waren zum Zeitpunkt der Meldung des Kindes zwischen 24 und 30 Jahren alt, hatten oftmals noch weitere Kinder zu versorgen.

Die beabsichtigte Trennung vom Kind hat aber auch vielfältige andere Ursachen, wie  unbewältigte Partnerschaften und / oder allgemeine Lebensproblemen, die auch nach der Vermittlung fortdauern können.

Es ist daher auch Aufgabe und Verpflichtung der Fachkräfte in der Adoptionsvermittlung, Eltern, die ein Kind zur Adoption freigeben wollen, umfassend über alternative Hilfsmöglichkeiten zu informieren. Nicht selten werden danach Entscheidungen, die unumstößlich schienen, wieder zurückgenommen.

Bleiben abgabewillige Eltern dennoch bei ihrer Entscheidung, sind Informationen über die rechtlichen Konsequenzen, die Bedeutung der Adoption für sie und ihr Kind und evtl. Geschwister sowie Informationen über mögliche Informations- und Kommunikationswünsche ihres Kindes von großer Wichtigkeit.

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Beratung und Belehrung

Sind leibliche Eltern zusammen bzw. Mutter oder Vater allein zur Erziehung und Versorgung eines Kindes nicht in der Lage und lassen sich die Gründe hierfür absehbar nicht beheben, so hat das Kind Anspruch auf eine alternative, seinem Wohl förderliche und auf Dauer angelegte Lebensperspektive.

Für den Fall, dass eine Adoption notwendig ist und dem Kindeswohl entspricht, die Eltern ihr aber nicht zustimmen, ist es Aufgabe der Fachkräfte, sich weiter um das Einverständnis der Eltern zu bemühen.

In einem etwaigen Ersetzungsverfahren wegen Gleichgültigkeit ist eine frühzeitige förmliche Beratung und Belehrung (§ 1748 Abs. 2 BGB i. V. m. § 51 Abs. 1 Kinder- und Jugendhilfegesetz) sicherzustellen. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass das Vormundschaftsgericht die Einwilligung erst nach Ablauf von drei Monaten nach der Belehrung und frühestens fünf Monate nach der Geburt des Kindes ersetzen darf.