Sie können sich den Textinhalt mit der Zugriffstaste Ihres Browsers und der Ziffer 1 vorlesen lassen. Bei Verwendung des Internet Explorers drücken Sie anschließend bitte die Enter-Taste.? Näheres zu Zugriffstasten finden Sie unter ?Informationen zum Vorlesesystem?.

Hilfsnavigation

Bürgerservice | Wirtschaft & Tourismus | Bildung & Kultur | Grußwort | Kontakt | Impressum | RSS-Feeds

Volltextsuche

Informationen zum Vorlesesystem

Abbruch von Baudenkmalen

Der Abbruch von Baudenkmalen und von Anlagen, die das Erscheinungsbild des Denkmals beeinflussen, ist nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz genehmigungspflichtig (§ 10 NDSchG). 

Gemäß § 6 Abs. 1 NDSchG ist der Eigentümer eines Kulturdenkmals grundsätzlich verpflichtet, sein Denkmal instand zu halten, zu pflegen, vor Gefährdung zu schützen und, wenn nötig, instand zu setzen.

In § 7 NDSchG sind jedoch 3 Gründe genannt, die dazu führen können, dass ein Eingriff in ein Kulturdenkmal (z.B. der Abbruch) im Rahmen einer denkmalrechtlichen Genehmigung ermöglicht werden muss: 

  1. Der Eingriff liegt aus wissenschaftlichen Gründen im öffentlichen Interesse,
  2. ein überwiegendes Interesse anderer Art verlangt diesen Eingriff zwingend,
  3. die unveränderte Erhaltung stellt für den Verpflichteten eine wirtschaftlich unzumutbare Belastung dar. 


Mit Nummer 1 sind solche Fälle gemeint, in denen ein Eingriff so viel an Erkenntnissen erwarten lässt, dass die Preisgabe des Denkmals zu verantworten ist. Dieses trifft z.B. dann zu, wenn eine an sich denkmalwerte Bemalung entfernt werden soll, um eine ältere, besonders aufschlussreiche Malerei freizulegen.

Ein überwiegendes öffentliches Interesse anderer Art kann z.B. dann  gegeben sein, wenn das Denkmal einem staatlichen oder kommunalen Vorhaben (z.B. einem Straßenausbau) im Wege steht, aber auch, wenn ein baufälliges Denkmal auf die Straße zu stürzen droht und Instandsetzungsmaßnahmen oder ein Abstützen die Gefahr nicht abwenden kann.

Am häufigsten kommt jedoch der Fall vor, dass sich der Eigentümer auf eine unzumutbare wirtschaftliche Belastung beruft.
Unzumutbar ist eine wirtschaftliche Belastung insbesondere, soweit die Kosten der Erhaltung und Bewirtschaftung nicht durch die Erträge oder den Gebrauchswert des Kulturdenkmals aufgefangen werden können. Dabei sind den Kosten und Erträgen des jeweiligen Denkmals die Kosten und Erträge anderer Objekte hinzuzurechnen, wenn sie und das Denkmal nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise zusammengehören.

Eine generell geltende pauschale Regelung, welche Unterlagen einem Abbruchantrag beizufügen sind, ist nicht möglich, weil die denkmalfachlichen Erfordernisse bei den einzelnen Baudenkmalen sehr unterschiedlich sind. Wesentlichen Einfluss auf die Art und den Umfang der erforderlichen Antragsunterlagen hat der Erhaltungszustand des Baudenkmals. Aus diesem Grund wird eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der Denkmalschutzbehörde empfohlen.

In den Fällen, in denen das festgestellte Ausmaß an Schäden nicht offenkundig die wirtschaftliche Unzumutbarkeit zur Folge hat, muss der Antragsteller einen entsprechenden Nachweis führen.

Zu einer vollständigen Zumutbarkeitsprüfung gehören in der Regel folgende Unterlagen: 

  • Systemzeichnungen (zur Nachvollziehbarkeit der Massenermittlungen)
  • Fotografische Dokumentation (Ansichten, wesentliche Gestaltungselemente, Schäden)
  • Gewerkeweise Auflistung der Kosten für Schadensbeseitigung und Ausbau
  • Rechnerischer Nachweis der wirtschaftlichen Unzumutbarkeit


Für eine summarische Überprüfung der wirtschaftlichen Zumutbarkeit ist von der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer und Hessischer Fachwerkstädte ein Vordruck entwickelt worden, der (wenn geplant) auch für eine Vergleichsberechnung für einen Neubau benutzt werden kann. Diesen Vordruck erhalten Sie bei der unteren Denkmalschutzbehörde.

Ergeben die Unterlagen für den Eigentümer des Kulturdenkmales die Unzumutbarkeit, muss noch geprüft werden, ob die Zumutbarkeit durch Zahlung einer Zuwendung aus Landes- oder Privatmitteln hergestellt werden kann.

Findet sich ein Kaufinteressent, der das Baudenkmal nach den Anforderungen des § 6 NDSchG erhalten will und einen, wenn auch nur geringen, Kaufpreis bietet, kann sich der Eigentümer nicht auf wirtschaftliche Unzumutbarkeit berufen.

Gleiches gilt für neue Eigentümer, die das Baudenkmal in Kenntnis seiner Denkmaleigenschaft und einer Sanierungsbedürftigkeit erworben haben.