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Datum: 1. Juli 2024

Wespen und Hornissen: Mehr als nur lästige Sommergäste

Experte referiert auf Einladung der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar

Wespen und Hornissen genießen nicht den besten Ruf. Im Sommer werden vor allem Wespen als lästige, ungebetene Tischgäste wahrgenommen. Und kommt es zum Stich, wird es mitunter recht schmerzhaft.

Dabei ist vielen gar nicht bewusst, welch essentielle Rolle die Tiere in unserem Ökosystem spielen. Sie sind nicht nur wichtige Bestäuber, sondern auch natürliche Schädlingsbekämpfer, indem sie Fliegen, Blattläuse und Raupen jagen. In Deutschland gibt es eine beeindruckende Vielfalt an Wespenarten, von denen übrigens nur wenige als störend empfunden werden.

Auf Einladung der unteren Naturschutzbehörde räumte jüngst der erfahrene Wespenberater und Umsiedler Peter Tauchert (www.Aktion-Wespenschutz.de) in einem abwechslungsreichen Seminar mit verbreiteten Vorurteilen auf und gab wichtige Hinweise und Tipps zur Bestimmung der unterschiedlichen Arten und den Umgang mit Wespen- und Hornissenvölkern.

Experten wie Peter Tauchert spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung eines friedlichen Zusammenlebens zwischen Mensch und Insekt. Sie bieten nicht nur Beratung und klären auf, sondern bei Bedarf und Notwendigkeit entfernen sie Nester, siedeln diese um oder leiten Schutz- und Präventionsmaßnahmen ein. Die Arbeit von Tauchert und seinen Kollegen ist wichtig, um das Bewusstsein für die ökologische Bedeutung von Wespen und Hornissen zu stärken und gleichzeitig den menschlichen Lebensraum zu schützen.

Das Seminar im Kreishaus diente am Ende nicht nur der Aufklärung, sondern auch der Gewinnung neuer ehrenamtlicher Mitstreiter für die Beratung und Umsiedlung.

Angesprochen wurden insbesondere der Imkerverein Goslar, die Freiwilligen Feuerwehren sowie die Naturschutzverbände NABU und BUND.

So bereitet sich der Stadtfeuerwehrverband Goslar laut Auskunft von Stadtbrandmeister Christian Hellmeier auf Einsätze in diesem Bereich vor. Mit den Zwillingsgeschwisterpärchen Lasse und Ole Braun sowie Maximilian und Leonard Hausmann von der Feuerwehr Hahnenklee-Bockswiese weiß Hellmeier bereits die geeigneten Kandidaten in seinen Reihen.

Sie sollen künftig bei Einsatzlagen mit Wespen und Hornissen im gesamten Stadtverbandsgebiet eingesetzt werden. Bis es in der Praxis soweit ist, bedarf es jedoch noch der Anschaffung einiger Ausrüstungsgegenstände.

Laut Wespenberater Peter Tauchert ist die Entfernung oder Umsiedlung von Wespen- und Hornissennestern deutlich seltener erforderlich als viele denken. In etwa 80 Prozent der Fälle können nach Aufklärung der Betroffenen die Nester vor Ort belassen werden. Weitere 15 Prozent der Nester werden durch Schutzmaßnahmen gesichert oder erfolgreich umgesiedelt. Und nur etwa fünf Prozent der Nester müssen vernichtet werden. Meist bedingt durch schwer zugängliche Standorte oder die akute Gefährdung von Personen.

Inhalt des Seminars war ferner die Bestimmung der verschiedenen Wespenarten anhand von Einsatzszenarien, Kopfschildzeichnung, Nestfarbe und Standort. Tauchert stelle artspezifische Umsiedlungstechniken und Ausrüstungen vor, die sich die Teilnehmenden im Detail anschauen konnten.

Der Wespen- und Hornissenexperte ging auch auf die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ein, die in den letzten Jahren für erhöhte Aufmerksamkeit sorgte. Als invasive Art ist sie entgegen der heimischen Hornisse nicht geschützt und muss gemeldet werden. Sollte jemand der Ansicht sein diese Hornissenart erkannt zu haben und den Standort zu kennen, kann diese Information allerdings zur Verifizierung nur mit Foto auf der Webseite www.AHlert-nord.de eingetragen werden.

Ein Fangen oder Töten der Asiatischen Hornisse darf ohne Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde (uNB) nicht erfolgen, da die Verwechslungsgefahr mit der heimischen Hornisse sehr hoch ist.

Wer Probleme mit Wespen, Hornissen oder Bienen auf dem eigenen Grundstück hat, kann sich an die verschiedenen im Landkreis tätigen Beraterinnen und Berater wenden. Deren Kontaktdaten können auf der Internetseite des Landkreises Goslar  im Bereich der Fachgruppe Naturschutz unter dem Thema „Artenschutz“ abgerufen werden.

Die Wespen-, Hornissen und Bienenexperten im Landkreis Goslar:

  • Simone-Marie Brescher, Telefon 0160 97040458
  • Anke Kätzel, Telefon 0152 24436753 (für den Bereich der Stadt Bad Harzburg und Umgebung)
  • Ulrich Rosenthal, Telefon 05321 1755
  • Till Rosenthal, Telefon 0157 70420546
  • Frank Christoph, Telefon: 0176 47379154 (für den Bereich der Gemeinde Liebenburg)
  • Imkerverein Goslar, E-Mail: info@imkerverein-goslar.de