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Datum: 18. September 2025

Vortrag über Organtransplantationen prägt die neunte Gesundheitskonferenz

Landrat Dr. Alexander Saipa lobt die Telenotfallmedizin als wegweisendes Projekt und einen „echten Exportschlager“

Trotz erfreulich hoher Anmeldezahlen im Vorfeld der neunten Gesundheitskonferenz des Landkreises Goslar waren am Mittwochnachmittag nur knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Kreishaus in der Klubgartenstraße gekommen. Mehr als die Hälfte der vorangemeldeten Personen blieb der Veranstaltung leider fern.

Dabei hatte das Programm der Konferenz, die Landrat Dr. Alexander Saipa eröffnete, wieder spannende Inhalte zu bieten. So unter anderem den rund einstündigen Impulsvortrag von Dr. Phillip Felgendreff zum Thema Organtransplantation.

Der gebürtig aus Wernigerode stammende Transplantationsexperte ist Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie wurde der 37-Jährige im vergangenen Jahr als klinisch und wissenschaftlich herausragender Mediziner geehrt.

Felgendreff berichtete vom täglichen Spannungsfeld zwischen verfügbaren und benötigten Organen für Transplantationen. „Es sind nie genug Organe verfügbar, so dass wir jeden Tag entscheiden müssen, wer für eine Transplantation in Frage kommt“, so Dr. Felgendreff.

Die Suche nach geeigneten Organen erfolge europaweit. Deutschland importiere dabei mehr Transplantate aus dem Ausland als exportiert würden. Die Zahl der hierzulande im Schnitt gespendeten Organe liegt bei rund 2.800. Die Zahl der in Deutschland erfolgten Organtransplantationen bei 3.701 im Jahr 2024. Die Niere ist das am häufigsten transplantierte Organ, gefolgt von Leber, Herz und Lunge.

Die Überlebenschancen nach einer erfolgreichen Organtransplantation beschreibt Dr. Felgendreff als gut. Es komme sogar vor, dass Menschen im Laufe ihres Lebens mehrere Organe transplantiert bekommen. Eine transplantierte Niere beispielsweise hält im Durchschnitt etwa 15 Jahre.

Felgendreff skizzierte auch kurz den Stand der klinischen Studien zur Xenotransplantation. Dabei handelt es sich um die Verpflanzung von Zellen, Geweben oder Organen zwischen Individuen verschiedener Spezies. Für Schlagzeilen sorgte dabei eine Operation in den USA, dort wurde einem Mann ein ganzes Schweineherz transplantiert. Ob diese Methodik die Zukunft der Organspende darstellt und die Lücke zwischen Bedarf und verfügbarer Transplantate schließt, ließ Felgendreff an diesem Nachmittag offen.

Landrat Dr. Alexander Saipa nutzte sein Grußwort zu Beginn der Konferenz um ein wenig Werbung in eigener Sache zu machen. So verwies der Landrat auf die ausgesprochen erfolgreiche Telenotfallmedizin im Rettungsdienst: „Hier sind wir einer der Vorreiter und unsere Telenotfallmedizin hat sich zu einem echten Exportschlager entwickelt.“

Inzwischen werden über drei Millionen Menschen telenotfallmedizinisch von drei Standorten aus versorgt. Diese befinden sich in Goslar, Ems-Vechte und Bremen.

In den zwei Fachforen befassten sich die Teilnehmenden schließlich mit der kassenärztlichen Versorgung sowie der onkologischen Reha nach Stammzellentransplantationen. Als Moderatoren der Foren standen mit Stefan Hofmann, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Bezirksstelle Braunschweig, und Dr. Christina Fernandes Almeida, Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Internistische Onkologie, zwei erfahrene Experten zur Verfügung.

Die neunte Auflage der Gesundheitskonferenz war zugleich die letzte für Amtsarzt Dr. Martin Hepp, der zum Ende des Monats in den wohlverdienten Ruhestand wechselt. Seine offizielle Verabschiedung ist für Freitag, 19. September 2025, vorgesehen. Nachfolger von Dr. Hepp wird Stefan Posselt.