Kreisbehindertenbeauftragter erinnert an den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung
Christian Bormann, seit Mai 2023 Kreisbehindertenbeauftragter des Landkreises Goslar, blickt mit gemischten Gefühlen auf den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am heutigen Montag, 5. Mai. „Denn an diesem Tag“, so Bormann, „wird oft betont, was schon erreicht wurde. Und ja – auch bei uns im Landkreis ist schon einiges passiert. Es wird aber selten darauf eingegangen, dass es eben noch nicht ausreicht.“
Der Inklusionsbeirat des Landkreises Goslar (IBR) arbeitet daher mit großem Engagement daran, die Lebenssituation von Menschen mit Beeinträchtigung zu verbessern. „Wir reden nicht nur, wir packen an“, so Bormann. In mehreren Arbeitsgruppen (AG) beschäftigen sich die Mitglieder mit ganz konkreten Themen.
Die „AG Arbeit“ setzt sich beispielsweise dafür ein, dass mehr Menschen mit Behinderung eine passende, gerechte und langfristige Beschäftigung finden. Dafür arbeitet der Inklusionsbeirat eng mit dem Integrationsfachdienst, der Agentur für Arbeit, der Lebenshilfe und weiteren Akteuren zusammen.
Mit der Frage wie Menschen mit Behinderung in Zukunft wohnen wollen beschäftigt sich die entsprechend benannte Arbeitsgruppe. Ihre Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet: „Selbstbestimmt, mittendrin – und mit der Unterstützung, die sie brauchen.“
In der „AG Partizipation“ unterstützt der Inklusionsbeirat die Lebenshilfe Goslar einen Workshop zum Thema Teilhabe durchführen zu können, denn es geht nicht nur darum, dass Menschen mit Beeinträchtigung irgendwo dabei sind – sondern dass sie mitreden, mitentscheiden und mitgestalten. Teilhabe ist ein Recht, kein Bonus.
Die Gruppe „Öffentlichkeitsarbeit“ bereitet aktuell einen Aktionstag für den 28. Mai 2025 vor, Ziel ist es, das Thema Inklusion sichtbar zu machen, Vorurteile abzubauen und mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Denn Inklusion geht uns alle an.
Mit dem Thema Mobilität befasst sich die AG „Öffentlicher Personennahverkehr“. „Mobilität“, so Bormann, „ist ein Grundrecht. Aber noch längst nicht jeder Bus oder jede Haltestelle ist barrierefrei. Daher setzen wir uns für mehr Zugänglichkeit und bessere Bedingungen im Nahverkehr ein.“
In diesem Bereich ist der Inklusionsbeirat aktuell auch auf der Suche nach Unterstützerinnen und Unterstützern, die mithelfen möchten, konkrete Verbesserungen zu erreichen.
Die Mitglieder des Inklusionsbeirates sind stolz auf die Themen, die sie bereits angestoßen haben. Sie wissen aber auch, dass es ohne Barrierefreiheit keine echte Teilhabe geben kann. Daher betonen sie auch deutlich, dass Barrierefreiheit kein „nice to have“, sondern ein „must have“ ist.
Abschließend rufen Bormann und seine Mitstreiter dazu auf sich einzubringen: „Mach mit! Sag, was dich stört. Zeig, wo Barrieren sind und bring dich ein.“ Dies auch ganz unabhängig davon, ob man selbst beeinträchtigt ist oder nicht. Jede Unterstützung kann helfen, um die Inklusion im Landkreis Goslar zu verbessern.