Internationaler Frauentag: Netzwerke als Motor für die Region
Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Falkner sensibilisiert für Gleichberechtigung/Projekt "Fella Circle" im Landkreis Goslar als Positivbeispiel für erfolgreiche Vernetzung
Wenn es um die Zukunft einer Region geht, stehen Aspekte wie wirtschaftliche Entwicklung, Infrastruktur und Fachkräftesicherung oftmals im Fokus. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März will Kathrin Falkner, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Goslar, zudem für einen weiteren Aspekt sensibilisieren: Gleichberechtigung und ihre Bedeutung für die regionale Entwicklung. „Studien zeigen, dass Regionen, die gezielt auf Chancengleichheit setzen, wirtschaftlich und gesellschaftlich profitieren“, erklärt Falkner.
Der weltweite Aktionstag wird genutzt, um auf Erfolge und gleichzeitig Herausforderungen in der Gleichstellung aufmerksam zu machen. Besonders Frauen in ländlichen Regionen stehen oft vor strukturellen Hürden – sei es beim Zugang zu gut bezahlten Jobs, Kinder Betreuung oder Karrierechancen. „Speziell in ländlichen Regionen sind Karrierewege oft eingeschränkt, was Frauen daran hindert, ihr volles Potenzial zu entfalten. Dabei ist Selbstwirksamkeit ein zentraler Faktor für Regionalentwicklung: Wenn Frauen ihre Fähigkeiten einbringen und Netzwerke nutzen können, entstehen Innovation, neue Projekte und eine stärkere Wirtschaft“, erläutert Falkner.
Das Projekt „Fella Circle“ im Landkreis Goslar stellt dabei ein Positivbeispiel für eine gelungene Vernetzung dar. Das Netzwerk für Gründerinnen und Unternehmerinnen wurde auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten Kathrin Falkner ins Leben gerufen und wird vom Bundesministerium für Familie, Soziales, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.
Die Frage, welche Strukturen Frauen brauchen um im Landkreis Goslar und in der Region gut leben und arbeiten zu können, begegnet Kathrin Falkner in ihrer Arbeit häufig. Der „Fella Circle“ kann hier eine Anlaufstelle sein: „Er bietet nicht nur gezieltes Coaching, sondern schafft auch einen geschützten Raum für Austausch und gegenseitige Unterstützung. Dieses Netzwerk hilft Frauen, sich beruflich weiterzuentwickeln und langfristige Perspektiven in der Region zu etablieren.“, sagt Kathrin Falkner.
„Fella Circle“ hat eine sechsmonatige Laufzeit, 14 Frauen haben sich im Landkreis Goslar dem Projekt angeschlossen. Die Teilnehmerinnen treffen sich monatlich, teilweise in Präsenz, teilweise online. Diese Zusammenkünfte bieten die Gelegenheit, sich auszutauschen: Gemeinsam arbeiten sie dabei an zukunftsorientierten Themen wie Design Thinking – einem Prozess zu Lösung von Problemen, bei dem aus Nutzerperspektive mithilfe kreativer Ansätze neue Ideen entwickelt werden - und agilem Leadership, also der Anpassung des Führungsstils in sehr dynamischen und komplexen Umgebungen.
„Dieses Netzwerk dient dem Austausch und ermöglicht es, gemeinsam geschäftlich zu wachsen. Für mich ist es besonders wichtig, starke Verbindungen zu anderen Unternehmerinnen in der Region aufzubauen“, beschreibt Anett Panderodt, eine der Teilnehmerinnen, ihre Erfahrungen.
Nach Abschluss der geförderten Projektphase soll der Austausch selbstständig weitergeführt werden, um so langfristig Kooperationen, Geschäftsideen und regionale Initiativen zu fördern. Initiativen wie das Projekt „Fella Circle“ haben das Ziel, Talente an die Region zu binden, in diesem Fall mit einem Fokus auf Frauen. Gerade ländliche Regionen stehen vor der Herausforderung, dass hochqualifizierte Frauen in Städte abwandern. Wo Frauen aber berufliche Perspektiven sehen, verbleibt die gesamte Familie, sodass die Region von mehr Fachkräften, Innovation, und einer stabileren Wirtschaft profitiert, so Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Falkner, und ergänzt: „Gleichstellung ist keine abstrakte Idee, sondern eine Investition in die Zukunft. Bessere Betreuungsmöglichkeiten, faire Löhne und gezielte Förderprogramme stärken nicht nur Frauen, sondern die gesamte Region.“