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Datum: 23. September 2022

Hilfen zur Pflege: Antragsflut kann nicht zeitgerecht bearbeitet werden

Die enormen Steigerungen bei den Versorgungskosten in den Alten- und Pflegeheimen haben beim Landkreis Goslar zu einer Vervielfachung der Anträge auf Hilfen für eine Pflegeheimunterbringung geführt.

Die Preiserhöhungen bewegen sich bei Summen von bis zu 800 Euro monatlich. Auslöser für diesen massiven Anstieg ist unter anderem die Verpflichtung der Pflegeheimbetreiber ihr Personal nach Tarif beziehungsweise in entsprechender Anlehnung zu entlohnen. Diese erhöhten Kosten werden nun an die Heimbewohner weitergegeben.

Der zum 1. Januar 2022 eingeführte Leistungszuschlage der Pflegekasse, dessen Höhe in Abhängigkeit zur Verweildauer in der Einrichtung ausfällt, kann diese Mehrkosten nicht auffangen.

Viele der Bewohnerinnen und Bewohner, die bislang ohne die Inanspruchnahme von Sozialhilfe ausgekommen sind, müssen nun einen Antrag auf Unterstützung stellen.

Darüber hinaus ist mit Blick auf allgemeine Steigerungen der Lebenshaltungs- und Energiekosten mit weiteren Kostenerhöhungen zu rechnen. Dies dürfte ebenfalls Auswirkungen auf die Antragsstellung haben.

Erste Kreisrätin Regine Breyther erklärt: „Die Lohnanpassungen im Pflegesektor begrüßen wir ausdrücklich. Dies führt bei uns aber nun auch zu einer deutlichen Mehrbelastung, die wir nicht von heute auf Morgen kompensieren können. Ich bitte daher um Verständnis bei allen Antragsstellern, dass wir mitunter länger für die Bearbeitung und Bewilligung benötigen als üblich.“

Um die gestellten Anträge schnellstmöglich bearbeiten zu können, bittet der Landkreis um zeitgerechte und vollständige Vorlage aller notwendigen Unterlagen zusammen mit dem Sozialhilfeantrag. Jede weitere Anforderung von Unterlagen bindet sowohl bei den Mitarbeitenden sowie beim Antragssteller vermeidbare Ressourcen und Zeit.