Gründung eines Wasserstoffnetzwerkes: Landkreis Goslar gibt Ausblick bei Informationstreffen
Kommunen, kommunale Betriebe sowie Interessensvertreterinnen und -vertreter sollen als Multiplikatoren wirken
Um die Weichen für die Gründung eines landkreisweiten Netzwerkes zu stellen, in dessen Fokus die Produktion und Nutzung von Wasserstoff als Energieträger liegt, lud der Landkreis Goslar am Mittwochabend Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, kommunalen Betrieben sowie die Mitglieder von Interessenvertretungen in den Kreistagssaal ein. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dirk Lienkamp, Leiter des Steuerungsbereichs des Landkreises Goslar.
Im Rahmen der Veranstaltung gab Dr. Daniel Tomowski, Technologie- und Innovationsberater der Wirtschaftsförderung Region Goslar GmbH & Co KG (WiReGo), einen Ausblick darauf, wie ein solches Wasserstoffnetzwerk im Landkreis Goslar in der Praxis aussehen und wie es wirken kann.
Um aus bestehenden Kompetenzen im Bereich der Wasserstoffproduktion Synergien zu entwickeln, liegt ein Hauptaugenmerk auf der Gründung einer gemeinsamen Internetplattform durch die WiReGo. Über dieses Portal sollen diese Kompetenzen präsentiert und vermarktet werden: Es soll Netzwerkpartner zusammenführen, die entweder Wasserstoff produzieren oder diesen Energieträger nutzen wollen. Das Portal schafft für sie einen Raum, um Kontakte zu knüpfen und Kooperationen zu entwickeln. Hierbei will die WiReGo auf bestehenden Netzwerken aufbauen, sodass Doppelstrukturen vermieden werden.
Um ein solches Netzwerk ins Leben zu rufen und den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen, sei die Mitarbeit aller Akteurinnen und Akteuren gefordert, appellierte Dirk Lienkamp an die Gäste: „Wir haben Sie heute eingeladen, um als Multiplikatoren zu wirken, damit niemand auf unserem Weg übersehen wird. Wir rufen Sie dazu auf, Ihre Kontakte über diese Möglichkeiten informieren und zur Mitarbeit zu bewegen“, erklärte Dirk Lienkamp den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Als Behörden sind wir natürlich auch dann in diesen Prozess involviert, wenn es darum geht, Genehmigungen zu erteilen und als beratende Institutionen zu wirken.“
Landrat Dr. Alexander Saipa betonte darüber hinaus die Chancen, die sich aus einer solchen Zusammenarbeit ergeben: „Die Gründung eines Netzwerkes ist sinnvoll, um Kompetenzen zu bündeln und die Etablierung von Wasserstoff als zukunftsfähigen Energieträger in unserer Region voranzutreiben. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier im Landkreis mit unseren Unternehmen, der Wissenschaft in Form der TU Clausthal und unseren kommunalen Betrieben viele Möglichkeiten haben, um innovative Ansätze weiterzuentwickeln“, erläuterte Dr. Saipa.
Inhaltlichen Input lieferten im Rahmen der Veranstaltung zudem die Vorträge von Dr. Alexander Bedrunka, Fachreferent des Niedersächsischen Wasserstoff-Netzwerks, und Dr. Peter Oswald, Projektleiter der Wasserstoff-Allianz Südniedersachsen. Während Dr. Bedrunka über aktuelle Projekte im Hinblick auf Wasserstoff als Energieträger informierte, die gegenwärtig in Niedersachsen realisiert werden, stellte Dr. Oswald eine Bedarfsanalyse zur Nutzung von Wasserstoff vor, die auf einer Umfrage unter Unternehmen im Landkreis Goslar basiert.
Eine erste Gelegenheit zum Netzwerken bot sich für die Gäste noch am gleichen Abend: Im Anschluss an die Veranstaltung kamen sie im Foyer zusammen, um in ungezwungener Atmosphäre über die Vorträge zu sprechen und sich auszutauschen.