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Datum: 28. November 2025

Delegiertenversammlung: Kreisseniorenbeirat informiert sich über aktuelle Methoden von Trickbetrügern

Kriseninterventionsteam des Landkreises Goslar stellt seine Arbeit vor / Delegierte verabschieden Änderung der Satzung

Ob an der Haustür, am Telefon oder online. Trickbetrüger und Gauner finden immer wieder neue Wege, um vor allem ältere Menschen zu täuschen und um ihr Geld zu bringen.

Wie sich Seniorinnen und Senioren vor Gaunern schützen können, hat der Kreisseniorenbeirat in seiner achten Delegiertenversammlung, die in dieser Woche im Kreishaus veranstaltet wurde, zum Thema gemacht.

Dieter Inert, ehemaliger Kripo-Beamter aus Hamburg und heute als Pensionär im Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar aktiv, informierte anschaulich und mit Praxisbeispielen, wie Betrüger heute vorgehen und welche Schutzmöglichkeiten sich Seniorinnen und Senioren bieten.

Seine wichtigste Botschaft: Im Zweifel immer die 110 wählen, denn diese Nummer ist rund um die Uhr erreichbar und bietet einen verlässlichen Kontakt zur Polizei.

Darüber hinaus berichtete Inert von den neuesten Maschen der Trickbetrüger. So hätten „Schockanrufe“ den über viele Jahre praktizierten „Enkeltrick“ abgelöst. Bei Schockanrufen geben sich die Betrüger als Verwandte (meist Tochter, Sohn oder Enkel) oder als ein mit einem Vorgang betrauter Polizeibeamter oder Rechtsanwalt aus und täuschen eine Notsituation vor.

Inert betonte, dass Polizisten, Rechts- oder Staatsanwälte niemals die sofortige Zahlung irgendeiner Summe verlangen würden, beispielsweise um eine drohende Untersuchungshaft abzuwenden. Ferner machte er deutlich, dass nichts „sofort zu erledigen sei“, wie es immer wieder vorgetäuscht wird.

Weiterhin beliebt sind Tricks an der Haustür, bei denen ebenfalls ältere Menschen zum Opfer werden. Hier erklärte der erfahrene Polizeipensionär, dass sich niemand ohne Willen der Bewohner Zugang zum Haus oder der Wohnung verschaffen dürfe. Das gelte auch für Polizei oder Rettungskräfte. Ausnahmen bilden hier lediglich Situationen in denen Gefahr in Verzug ist. Auch hier gab Inert wichtige Tipps und Hinweise woran mögliche Gauner zu erkennen sind und wie vorgebeugt werden kann.

Im zweiten Vortrag der Delegiertenversammlung stellten Sabine Meyer, Bernd Böhm und Bernd Assmann die Arbeit des Kriseninterventionsteams des Landkreises Goslar vor. Seit 2014 ist das Team um Leiter und Initiator Christian Lenz im Kreisgebiet im Einsatz. Was mit 76 Einsätzen im Gründungsjahr begann, hat inzwischen auf die stolze Zahl von 250 mehr als verdreifacht.

Meyer, Böhm und Assmann führten aus, dass man für den Job des Notfallseelsorgers ausgebildet sein muss. Daher müssen die Bewerber nach erfolgreichem Abschluss der siebenmonatigen Ausbildung auch ein Auswahlverfahren durchlaufen, in denen die Ausbilder bestimmte Anforderungen überprüfen, um sicherzustellen, ob der angehende Krisenseelsorger auch wirklich für die Arbeit infrage kommt. Aktuell umfasst das KIT-Team 26 Mitglieder.

Menschen, die den plötzlichen Tod eines nahen Angehörigen miterlebt haben und verkraften müssen, sind oft fassungs- und ob des Verlustes hilflos. Das kann aufgrund eines Verkehrsunfalls oder auch durch einen Suizid der Fall sein. Sie stellen sich dann Fragen, wie: Was ist gerade passiert? Wie konnte das passieren? Darauf müssen die erfahrenen Krisenseelsorger vorbereitet sein.

Aber nicht nur unmittelbar vom Tod eines Menschen betroffene Personen finden Hilfe bei den Mitgliedern des Kriseninterventionsteams. Zeugen von schweren Verkehrsunfällen oder Unglücken – beispielsweise – brauchen ebenfalls Hilfe und Zuspruch, um das Gesehene zu verarbeiten.

Wolfgang Kresse, Vorsitzender des Kreisseniorenbeirates, blickte in seinem Jahresbericht unter anderem auf die Teilnahme der Goslarer Seniorenwoche, den erfolgreichen Infostand auf dem Jakobikirchhof, den Besuch des Seniorenheims Wichernhaus in Bad Harzburg sowie die Teilnahme am Speed-Dating-Tag in Vienenburg zurück. Ferner haben sich Mitglieder des Kreisseniorenbeirates am Tag der offenen Tür des Gesundheitspräventionsprojektes „Aktiv am Küchentisch“ beteiligt.

Für das kommenden Jahr laufen die Planungen laut Kresse bereits auf Hochtouren. So ist für den 24. Juni ein großer Aktionstag zum Thema „Fit am Steuer“ im und um das Mehrgenerationenhaus in Harlingerode geplant. Hier agiert der Kreisseniorenbeirat mit unterschiedlichen Kooperationspartnern, beispielsweise der Verkehrswacht.

Zum Ende galt es noch über Änderungen in der Satzung des Beirates abzustimmen. Einstimmig, bei einer Enthaltung, votierten die Delegierten für die Entsendung eines beratenden Mitgliedes in den Ausschuss für Bauen und Umwelt des Landkreises. Ferner stimmten sie eine Budgeterhöhung von 1.000 auf 3.000 Euro pro Jahr zu. Und auch zu den Modalitäten der Beiratswahl wurden die Änderungen mehrheitlich verabschiedet.