Inhalt
Datum: 2. September 2021

Best-Practice-Beispiel: Landkreise Nienburg und Verden informieren sich über Sanierung der Rüstungsaltlast "Werk Tanne"

Wie steht es um die Sanierung der Rüstungsaltlast auf dem Gebiet der ehemaligen Sprengstofffabrik „Werk Tanne“ bei Clausthal-Zellerfeld? Auf diese Frage erhielten Vertreter der Landkreise Nienburg und Verden sowie des niedersächsischen Umweltministeriums und des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes (GAA) Hildesheim in dieser Woche Antworten.

Das Interesse der Kreisverwaltungen aus Nienburg und Verden an der Sanierung des belasteten Geländes im Oberharz rührt daher, da beide Landkreise mit den Rüstungsaltlasten Liebenau (Landkreis Nienburg) und Dörverden (Landkreis Verden) vergleichbaren Herausforderungen gegenüberstehen.

Alle drei niedersächsischen Landkreise haben überdies gemeinsam, dass die Altlastflächen, die über viele Jahrzehnte von der inzwischen aufgelösten Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG) verwaltet wurden, im Jahr 2018 den Eigentümer wechselten. Gekauft wurden die Areale von der Halali Verwaltungsgesellschaft, die von den Geschäftsführern Jens Jürgen Jacobi und Alexander Prinz von Schönburg-Hartenstein vertreten wird.

Während die Landkreise Nienburg und Verden noch nicht mit den Sanierungsarbeiten begonnen haben, sind im Landkreis Goslar bereits umfangreiche Fortschritte erzielt worden. Im Mittelpunkt steht dabei das so genannte Constructed Wetland. Mit der Pflanzenkläranlage sollen sprengstofftypische Verbindungen im Wasser abgebaut werden. Bei der Anlage handelt es sich bisher um die größte ihrer Art in ganz Europa.

Michael Riesen, Leiter der unteren Bodenschutzbehörde beim Landkreis Goslar, Jörg Uhde von der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) und Halali-Geschäftsführer Jacobi gaben den interessierten Gästen Einblicke in die ausgesprochen positive und fruchtbare Zusammenarbeit und unterstrichen, dass die bisher erzielten Erfolge das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen seien. Lob erfuhren dabei auch die weiteren Beteiligten des Sanierungsprozesses, wie beispielsweise das mit dem Bau der Anlagen beauftragte Baggerunternehmen aus dem Goslarer Stadtteil Vienenburg sowie die Vertreter von Umweltministerium und Gewerbeaufsicht, die nicht nur in Finanzfragen, sondern auch bei Genehmigungen behilflich sind.

Jörg Uhde konnte ferner mitteilen, dass die Pflanzenkläranlage schon ausgesprochen gut laufe. Die Probenergebnisse der Sickerwässer nach Durchlaufen der Anlage weisen nur sehr geringe Restbelastungen auf und unterschreiten die Grenzwerte der Genehmigung deutlich, was für die Funktionsweise spreche.

Für die Sanierung der ehemaligen Sprengstofffabrik werden insgesamt 13,5 Millionen Euro eingesetzt. Die Gelder stammen aus einem Vergleichsvertrag, der zwischen dem Land Niedersachsen und der ehemaligen IVG geschlossen wurde. Das Geld liegt beim Land. Die laut Vertrag zur Verfügung stehenden Mittel sollen auch für die notwendigen Sanierungsarbeiten in Liebenau und Dörverden eingesetzt werden.

Die weiteren Planungen am Standort „Werk Tanne“ sehen vor, dass nach einer Pilotphase der ersten Anlage ein zweites Constructed Wetland errichtet werden soll.