Anti-Rassismus-Workshops des Migranten-Eltern-Netzwerks: Gemeinsam für ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vier Veranstaltungen diskutieren mit Dozent Jan Fomboh historische Hintergründe, Erscheinungsformen von Rassismus, persönliche Erfahrungen sowie mögliche Handlungsweisen im Kontext Schule
Rassismus im Alltag – an welchen Stellen begegnet er uns? Welche diskriminierenden Verhaltensweisen und Sprachgewohnheiten haben wir verinnerlicht, ohne es vielleicht zu merken? Wie können das eigene Handeln und persönliche Ansichten selbstkritisch reflektiert werden, um so daran zu arbeiten, in der Gesellschaft für weniger Diskriminierung und stattdessen mehr Toleranz und Akzeptanz einzustehen?
Diese und weitere Fragen prägten die Inhalte der Anti-Diskriminierungs-Workshops, zu denen das Migranten-Eltern-Netzwerk im Landkreis Goslar kürzlich ins Kreishaus einlud. An vier Terminen wurde das Thema jeweils für verschiedene Zielgruppen beleuchtet: Während am ersten Workshop-Tag die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 8 den Anfang machten, folgte am Nachmittag die Veranstaltung für Lehrkräfte sowie Pädagoginnen und Pädagogen. Am zweiten Veranstaltungstag widmeten sich zudem Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 13 dem Thema, am Nachmittag wiederum gab es dann offene Workshop-Angebot auch für alle Eltern und Interessierten.
Moderiert wurden die Workshops von Jan Fomboh, Bildungsreferent bei Bildung trifft Entwicklung: Er stammt gebürtig aus Kamerun und lebt seit elf Jahren in Deutschland.
Mit seinen persönlichen Erfahrungen und seiner fachlichen Expertise schuf er eine offene und wertschätzende Atmosphäre, in der sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen konnten.
Fomboh erläuterte nicht nur historische Hintergründe, sondern konfrontierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ganz konkret mit realistischen Situationen des Alltags und zeigte auf, wie Stereotype und Vorurteile das eigene Handeln beeinflussen. Denn Rassismus zeige sich nicht immer in offensichtlicher Gewalt und Aggressionen, sondern könne ebenso unterschwellig oder gar unbewusst in alltäglichen Situationen sowie in struktureller Form zu Tage treten.
Das Fazit für die Workshops fiel sehr positiv aus, berichtet Dajana Zeidler, Koordinatorin für Bildung und Integration beim Landkreis Goslar: „Von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gab es Lob für die Gestaltung und die Inhalte der Veranstaltung. Geschätzt wurde vor allem die große fachliche Kompetenz unseres Dozenten Jan Fomboh und die Empathie, mit der er die Veranstaltungen geleitet hat“, resümiert Zeidler. „Rassismus und seine Erscheinungsformen im Alltag stellen ein sehr komplexes Thema dar: Um dieses vollumfänglich zu erfassen, ist ein tiefergehendes Verständnis der historischen Hintergründe und der gegenwärtigen Strukturen unserer Gesellschaft nötig.
Unser Angebot soll Kenntnisse auf diesem Gebiet vermitteln, anregen, das eigene Verhalten zu hinterfragen und einen Beitrag für mehr Offenheit und ein respektvolles Miteinander leisten. Die Workshops machen deutlich, dass es sowohl an unseren Schulen im Landkreis Goslar als auch in unserer Gesellschaft viele engagierte Menschen gibt, die sich für eine tolerante und diskriminierungsfreie Zukunft einsetzen.“