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Datum: 11. März 2026

"Stimmen für Gleichberechtigung und Vielfalt": Broschüre bündelt die Ergebnisse der Aktion #LilaFenster

Gleichstellung als Standortfaktor in der Regionalentwicklung

Die Wünsche, Ideen und Anregungen von Frauen sichtbar machen und so Impulse für einen lebenswerteren Landkreis Goslar setzen – dieses Ziel verfolgte vor gut zwei Jahren die Aktion #LilaFenster, die die Frauen-Arbeitsgemeinschaft im Landkreis Goslar (FRAG), die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Goslar, der Stadt Goslar, der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld und der TU Clausthal in Kooperation mit dem landkreisweiten „Bündnis 8. März“ zum Weltfrauentag 2024 ins Leben riefen.

Die Ergebnisse dieser Aktion wurden jetzt in einer Broschüre mit dem Titel „Stimmen für Gleichberechtigung und Vielfalt“ gebündelt, die die Verantwortlichen am gestrigen Dienstag erstmals vorstellten. Erstellt wurde die Veröffentlichung in ehrenamtlicher Arbeit von Steffi Volkmer-Schimanskü.

Vom 6. bis 16. März 2024 konnten Frauen in Goslar, Bad Harzburg, Clausthal-Zellerfeld und Seesen ihre Wünsche und Anliegen öffentlich sichtbar machen, hierfür stellten Geschäfte und Institutionen ihre Fenster zur Verfügung. Ziel war ein offener Dialog, um zu verstehen, was Frauen im Alltag bewegt und welche Bedingungen sie brauchen, um gut zu arbeiten, zu leben und in der Region zu bleiben.

Wie sollte ein idealer Landkreis für Frauen aussehen? Welche Angebote wünschen sich Frauen? Wie möchten Frauen ihre Freizeit gestalten? Diese drei Kernfragen standen im Zentrum der Aktion, die großes Interesse in der Bevölkerung hervorrief.

406 Einzelwünsche wurden eingereicht (ohne Mehrfachnennungen), beteiligt waren über 20 Unternehmen und Institutionen. Die meisten Beiträge kamen aus Goslar (94) und Clausthal-Zellerfeld (81), 73 Beiträge wurden online eingereicht.

Besonders häufig fanden sich Nennungen aus den Bereichen Solidarität und Gleichberechtigung (61), familienfreundliche Freizeitangebote (55) und Stadtplanung und Bauen (50).

Alle Einreichungen im Rahmen der #LilaFenster wurden in 14 Themenfelder geordnet, darunter Sicherheit, Mobilität, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Vielfalt und Klimaschutz. Fast zwei Jahre lang haben engagierte Frauen ehrenamtlich die Stimmen der Region gebündelt und in der Broschüre dokumentiert.

Ziel der Organisatorinnen und Beteiligten der Aktion ist es auf diesem Weg, das Thema Gleichstellung als entscheidenden Faktor in der Regionalentwicklung sichtbar zu machen. Gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimakrise, Energiearmut, Pflegeengpässe und der demografische Wandel betreffen Frauen stärker, zugleich sehen sie sich sozio-ökonomischen Ungleichheiten, traditionellen Rollenbildern und unbezahlter Care-Arbeit konfrontiert. Zudem ist auch der Landkreis Goslar als Region von der Abwanderung junger Menschen betroffen: Insbesondere junge Frauen vermissen oft eine selbstbestimmte Lebensperspektive, ihre Abwanderung bedeutet den Verlust von Fachkräften, Innovationskraft und sozialer Dynamik.

Daher sollen die Ergebnisse der Aktion #LilaFenster sowie die Broschüre, die sei zusammenfasst und einordnet, für Politik, Wirtschaft und Bevölkerung gleichermaßen Ansatzpunkte schaffen, die Themen aufzugreifen und die Geschlechterperspektive im eigenen Handeln und in Entscheidungsprozessen zu aufzugreifen.

„Die Ergebnisse zeigen: Gleichstellung ist ein zentraler Standortfaktor. Gute Lebens- und Arbeitsbedingungen für Frauen sichern Fachkräfte, fördern wirtschaftliche Entwicklung und stärken die Region insgesamt“, erklärt Kathrin Falkner, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Goslar, stellvertretend für alle Beteiligten der Aktion. „Wer gleichwertige Lebensverhältnisse schaffen will, muss kommunale Gleichstellungsarbeit stärken und Partizipation strukturell verankern.“