"LeseTreff" bietet seit sieben Monaten eine lockere Atmosphäre für den Spracherwerb
Angebot des MigrantenElternNetzwerkes steigt an jedem dritten Donnerstag eines Monats in der Goslarer Stadtbibliothek
Seit inzwischen sieben Monaten will der LeseTreff – der vom MigrantenElternNetzwerk im Landkreis Goslar ins Leben gerufen wurde – Familien mit Migrationsgeschichte beim Spracherwerb unterstützen. Jeden dritten Donnerstag im Monat wird die Veranstaltung in der Zeit von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr in der Goslarer Stadtbibliothek (Am Museumsufer 2 in 38640 Goslar) angeboten.
Dajana Zeidler, Koordinatorin für Bildung und Integration in der Kreisverwaltung, erläutert die Intention des LeseTreffs: „Mit unserem Angebot wollen wir Eltern mit Migrationshintergrund, die aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse keine Arbeit finden, aus anderen Gründen nicht arbeiten dürfen oder auf einen Integrationskurs warten, eine Möglichkeit bieten sich in einem lockeren Rahmen auszutauschen und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Ziel des LeseTreffs ist es daher, gemeinsam zu lesen, Deutsch zu lernen und aktiv zu sprechen." Da es sich bei der Zielgruppe in der Regel um Frauen handelt, die vormittags Zeit haben, weil der Nachwuchs im Kindergarten oder der Schule ist, haben sich die Organisatoren für den Donnerstagstermin entschieden.
Der Lesetreff dient überdies der Beratung. An jedem Termin ist eine Beratungsstelle vertreten. So sollen die Menschen neben dem Spracherwerb auch durch gute Beratung und Hilfestellung integriert werden.
Die Teilnehmerinnen des LeseTreffs stammen aktuell aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine. Zu Beginn waren auch noch Frauen aus anderen Nationen – beispielsweise der Türkei, Kolumbien oder Vietnam – dabei. „Das Interesse“, so Zeidler, „hat jedoch leider nachgelassen. Deshalb hoffen wir über eine breite Öffentlichkeitsarbeit und „Mund-zu-Mund-Propaganda“ neue Interessierte zu gewinnen.“
Ein schönes Nebenprodukt des LeseTreffs ist zudem die Möglichkeit, dass die Kinder aus den Sprachgrundkursen vom Landkreis Goslar in den Genuss einer Vorlesestunde kommen. So wieder geschehen bei der jüngsten Veranstaltung in der vergangenen Woche. Shkrija Haji Herza und Henaa Remedan lasen den anwesenden Grundschülern aus Ottfried Preußlers „Die Kleine Hexe“ vor.
Dankbar ist Dajana Zeidler auch für die umfangreiche Unterstützung ohne die eine Durchführung überhaupt nicht möglich wäre. Denn der LeseTreff ist ein Kooperationsprojekt zahlreicher Partner. Neben dem Landkreis Goslar und dem hier gegründeten Migranten-Eltern-Netzwerk gehören ebenso das Jobcenter Goslar, die Stadtbibliothek Goslar, die Freiwilligenagentur Goslar, der AWO Kreisverband Region Harz e.V., FairBleib Südniedersachsen – Harz, der Caritasverband Goslar und die Diakonie im Braunschweiger Land dazu.
Und übrigens: Das MigrantenElternNetzwerk hat noch viele weitere spannende Veranstaltungen im Programm. So bereits am kommenden Dienstag, 2. Dezember 2025, wenn im Goslarer Kreishaus das Thema „Übergang Schule-Beruf“ mit der Fragestellung „Wie geht es nach der Schule weiter?“ behandelt wird. Beginn ist um 15:00 Uhr. Experten von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Goslar stehen für sämtliche Fragen rund um die Weichenstellung nach dem Schulabschluss zur Verfügung.
Am Mittwoch, 3. Dezember, geht es sogleich weiter mit der Veranstaltung „Wege in die Arbeit“. Das Jobcenter Goslar, Bildungsträger aus dem Landkreis Goslar, die Kreisvolkshochschule und BIGS Südniedersachsen informieren über alle Fragen rund um den Weg in den Job. Beginn ist auch hier um 15:00 Uhr im Goslarer Kreishaus.
Für beide Veranstaltungen ist keine vorherige Anmeldung erforderlich. Rückfragen beantwortet gerne Dajana Zeidler per E-Mail oder per Telefon.